Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
862
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862 Vierhundert und smifuiidachtzigste Nacht.

Ali dachte: Dieser Christ ist verrückt; bei Gott, ich werde die hundert Dinarenehmen, ihm etwas bringen, das zwei Heller werth ist, und ihn auslachcn. Er sagteihm dann:Steh' auf, komm heraus, ich will schließen und dir etwas bringen." DerChrist ging heraus, Ali schloß die Thüre, lief auf den Bazar und kaufte Käse, Honig,Bananen und Brod, und brachte es dem Christen. Dieser sagte:Mein Herr! dasist so viel, daß zehn Menschen daran genug haben; vielleicht wirst du mit mir essen?"Ali weigerte sich, mit ihm zu essen; aber der Christ sagte ihm:Mein Sohn! kennstdu nicht den Spruch der Weisen:

Wer seinen Gast allein essen läßt, ist ein schlechter Mensch."

Der Christ nahm dann eine Banane, schälte sie, theilte sie in zwei Hälften undthat in die eine Hälfte ein feines Opiumpulver, das einen Elephanten eingcschläftrthätte, tauchte sie in Honig ein und sagte zu Ali:Bei deinem Glauben, du mußtdies annehmen." Ali wollte ihn nicht falsch schwören lassen, verschlang die Bananeund stürzte um. Der Christ machte sich schnell auf, wie ein leichtbciniger Wolf odereine Katze, nahm den Zimmerschlüssel und lief zu seinem gottlosen Bruder RaschidEddin, der sich nur zum Scheine für einen Muselmann ausgab. Dieser war es, derzuerst die Sklavin für tausend Dinare kaufen wollte, und als er seinem Bruder erzählte,daß sie ihn verschmäht, sagte ihm dieser:Warte nur, ich will sic schon durch Listohne Geld bekommen," und that hierauf, was wir eben erzählt haben. RaschidEddin freute sich sehr, als sein Bruder zu ihm kam, bestieg sein Maulthier und begabsich in Ali's Wohnung mit seinen Dienern und Freunden. Er nahm auch einenBeutel von tausend Dinaren mit, um im Nothfalle die Polizei zu bestechen. Er öffnetedas Zimmer und stürmte mit seinen Leuten über die Sklavin her, drohte ihr mitSchlägen, wenn sie den Mund öffne, schleppte sie mit Gewalt fort und ließ Ali imGange liegen. Als Raschid sie in seinem Schlosse'hatte, sagte er ihr:Nun, Dirne!ich bin der Alte, den du nicht wolltest, und nun habe ich dich ohne Geld; du sollst nunsehen, was ich thuc, du verliebte Dirne! Bei dem Messias und der Jungfrau, wen»du mir nicht gehorchst und meinen Glauben nicht annimmst, so werde ich dich auf allemögliche Weise peinigen."Und wenn du mich in Stücken reißest," rief die Sklavin,so werde ich meinen Glauben nicht aufgeben, vielleicht wird Gott mir bald Hülfeschicken, denn er kann Alles." Raschid Eddin ries ergrimmt seine Diener herbei undließ sie schlagen, bis sic keinen Klaglaut mehr von sich gab; ihr letztes Wort war:Gott wird mir beistehcn!" Als sein Zorn abgekühlt war, sagte er den Sklavinnen:Schleppt sic an den Füßen in die Küche und gebt ihr nichts zu essen." Am folgenden