. Vierhundert und uicrundachtzigfte Nacht.
Als er nach Hause kam, sah er auf dem Bazar viele Leute zusammengerottct; erging hinaus, um zu sehen, was dies bedeute, und erblickte eine Sklavin von schönemWüchse und rosigen Wangen, wie sie ein Dichter schilderte:
»Sie ist aus der Form der Schönheit vollkommen hcrvorgegangcn, wederzu lang, noch zu kurz, weder zu stark, noch zu mager; der Mond ist ihreStirne, ein Banzwcig ihr Wuchs, ihr Athem Moschus und ihr ganzer Körperaus Perlcuwaffer gegossen."
Ali Schir fand diese Sklavin so schön, daß er schwur, nicht vom Platze zuweichen, bis er wisse, wer sie kaufe und was für sie geboten werde. Er stellte sich zuden übrigen Kauflcuten, so daß sie glaubten, er sey auch ein Käufer, weil sie nochnicht wußten, daß er Alles, was er von seinem Vater geerbt, schon verschwendet batte.Der Makler rief aus: „O ihr Kaufleute und reichen Herren, groß und klein, wasbietet ihr für diese Sklavin, Herrin des Monds, leuchtende Perle, kostbarer Smaragd,Ergötzung des Sehnenden?" Da bot ein Kaufmann fünfhundert Dinare, ein Andererfünfhundert und zehn; ein alter häßlicher Mann mit blauen Augen bot sechshundert;»pieder Einer sechshundert und zehn, worauf der Alte sogleich wieder tausend bot. Daschwiegen alle Kaufleute, und der Makler fragte ihren Herrn, ob er sie für tausendDinare geben wolle? Er antwortete: „Ich habe geschworen, sie nur dem zu verkaufen,der ihr gefällt; frage sie, ob sie diesem Käufer gehören will." Der Makler zeigte ihrden Alten, und als sie ihn sah, sagte sie: „Dem will ich nicht verkauft werden. Einalter Dichter sagte einst:
„Ich forderte einen Kuß von meiner Geliebten, aber sic sah mein grauesHaar, wandte sich weg und sagte: Nein, bei dem, der den Menschen aus Nichtsgeschaffen, ich habe keine Freude an einem weißen Barte; soll ich bei meinemLeben mir den Mund mit Baumwolle stopfen?"
Als der Makler diese Worte hörte, sagte er: „Bei Gott, du hast nicht Unrecht,du verdienst einen jüngern Käufer." Er sagte dann den Kaufleuten, daß sie den Altennicht wolle. Da trat Jemand hervor und sagte: „Ich gebe auch tausend Dinare." Als sieihn betrachtete, fand sie, daß er einen gefärbten Bart hatte, und sprach folgenden Vers:»Sage dem Unbesonnenen, der sich färbt: was bedeutet diese List? Du gehstmit einem Barte weg und kommst mit einem andern wieder, als wärest du! irgend ein Schattenspielen"
! Der Makler sagte: „Bei Gott, du hast Recht." Da kam ein Halbblinder und^ sagte dem Makler: „Frage sie, ob sie mich zum Herrn will?" — „Von einem solchenManne," antwortete die Sklavin, „hat ein Dichter gesagt:
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Tausend und eine Nackt, u