842 Vierhundert und einundachtzigste Nacht. !
worüber die Nebrigen heftig weinten. In der Nacht kam aber der Affe und entfesselteAbu Muzfir. Als die andern Kaufleute dies sahen, sagten sie: „Vielleicht können wirnun durch dich befreit werden."
Abu Muzfir sagte: „Ich verdanke meine Befreiung dem Affen des Trägen,wofür ich ihm tausend Dinare bestimme; wollt ihr das Gleiche thun?" Die Kaufleuteriefen einstimmig: „Wir geben eben so viel." Der Affe entfesselte hierauf Einen nachdem Andern; sie gingen zusammen auf das Schiff, das sie unbeschädigt wiederfanden,und reisten nach Bagdad. Sobald Abu Muzfir seine Freunde wiedersah, erkundigteer sich nach dem trägen Abu Muhammed; und während ich im Schlafe lag, kammeine Mutter zu mir und sagte: „Steh' auf! Abu Muzfir ist zurückgekehrt." Ichsagte: „Hebe mich auf, wenn Gott beschlossen hat, daß ich an das Ufer des Stromsgehen soll." Als sie mich anfrichtete, ging ich, über den Saum meines Kleides stolpernd,zu Abu Muzfir. Er sagte: „Willkommen sey mir der, dessen Geld durch Gottes
Willen mich und meine Gefährten gerettet; nimm diesen Affen, den ich für dich gekauft,und erwarte mich bei deiner Mutter!" Ich ging damit zu meiner Mutter und sagte:
„Bei Gott, daö ist ein großer Handel; wecke mich nur auf, wenn Abu Muzfir kommt."
Kaum hatte ich mich wieder hingelegt, da kam Abu Muzfir mit seinen Sklaven undbat mich, mit ihm in sein Haus zu gehen. Hier ließ er von seinen Sklaven das Geldherbeihole» und sagte: „Gott hat dir durch deine fünf Drachmen reichen Segengespendet;" gab mir dann die Schlüssel zu zwei Kisten und befahl seinen Sklaven, siein mein Hans zu tragen. Meine Mutter freute sich sehr, als ich mit dem Gclde nachHause kam, und bat mich, nunmehr meine Trägheit aufzugeben. Der Affe saß stets ^
neben mir, wenn ich aß oder trank; aber vom Morgen bis Mittag blieb er aus und ^
kam dann wieder mit einem Beutel von tausend Dinaren. Ich ward sehr reich, kaufte ^
viele Güter, baute Gärten an und verschaffte mir viele Sklaven. Eines Tages, als ^
der Affe neben mir saß, sah er sich oft um, rechts und links; ich dachte: Was magwohl die Ursache davon seyn? Da ließ Gott den Affen in einer klaren Sprache mir ^
zurufen: „O Abu Muhammed!" Als ich ihn sprechen hörte, wollte ich davon laufen; i ^er rief mir aber zu: „Fürchte dich nicht, ich bin kein Affe, sondern ein widerspenstigerGeist; ich kam zu dir, weil du so elend warst; nun aber weißt du gar nicht, wie reichdu bist; ich wünsche nur »och, daß du ein Mädchen heirathest, so schön wie der Mond."
Ich fragte: „Wie soll das zugehen?" Er antwortete: „Morgen früh laß deinem Maulthiereinen goldenen Sattel auflcgen, reite auf den Markt der Getreidehändlcr und fragenach dem Laden des Scherif, setze dich zu ihm und halte um seine Tochter an; entgegnet