!
^ Vierhundert und einundachtzigste Nacht.
^ml'ch aufrecht!" Nachdem sic mich aufgehoben hatte, sagte ich ihr: „Zieh' mir meinej Kleider au," und sie that es; so ging ich dann stolpernd fort bis an's Ufer des Stroms;da grüßten wir den Scheich Abu Muzfir, und ich sagte ihm: „Mein Herr, nimm diesGeld und kaufe dafür etwas in China, vielleicht wird mir Gott Gewinn daranverleihen." Abu Muzfir fragte seine Gefährten, ob sie diesen Mann kennen? sie sagten:„Ja, er ist unter dem Namen Abu Muhammed der Träge bekannt, doch haben wirihn nie ausgehcn sehen." Abu Muzfir nahm das Geld und reiste, im Namen Gottes,mit seinen Gefährten nach China. Er vollendete in drei Tagen seine Geschäfte undschickte sich schon zur Rückkehr an, da sagte er seinen Gefährten: „Haltet ein! ich habeden Auftrag des trägen Abu Muhammed vergessen, kommt zurück, daß wir etwasfür ihn kaufen." Seine Gefährten beschwuren ihn bei Gott, nicht zurückzukehren und andie große und gefahrvolle Reise zu denken; aber er bestand darauf, wieder au's Landzu gehen, bis sic sich erboten, ihm das Geld des Trägen mehrfach zu verdoppeln. Siereisten da»» weiter und kamen vor eine vielbewohnte Insel, ankerten daselbst, stiegenmit ihren Waaren an's Land und tauschten andere Gegenstände dafür ein. Als siewieder auf's Schiff zurückkehren wollten, sah Abu Muzfir einen Mann mit vielenAffen vor sich, worunter sich einer befand, dem alle Haare ausgcrissen waren; er sahauch, daß, so oft der Hüter das Aug' von seiner Heerde wegwandte, alle Affen überden mit ausgerissenen Haaren herfielen und ihn mißhandelten. Abu Muzfir bedauertediesen Affen und sagte zu dessen Hüter: „Ich habe fünf Drachmen bei mir, die einemWaisen gehören, verkaufe mir ihn dafür." Der Hüter antwortete: „Ich verkaufe dirihn, Gott segne dich." Abu Muzfir gab das Geld her, ließ de» Affen im Schiffeaiibindcn und reiste mit seinen Gefährten nach einer andern Insel, wo sie wieder
ankerten. Da kamen die Taucher, welche Perlen und Edelsteine aus dem Meere holen,um dafür Waaren zu kaufen. Als der Affe sie untertaucheu sah, machte er sich los undstürzte sich auch in's Meer. Abu Muzfir schrie: „Es gibt keinen Schutz und keineMacht, außer bei Gott, dem Erhabenen; der Affe, der dem armen Waisen gehörte, istverloren." Als aber die Taucher wieder herauf kamen, stieg auch der Affe empor und
trug viele Edelsteine in den Händen, die er vor Abu Muzfir hinwarf. Dieser
erstaunte sehr und sagte: „Hinter diesem Affen muß ein großes Gebeimniß stecken." Siefreisten dann weiter nach der Insel Zing, die von Schwarze» bewohnt ist, welche
Menschcnfleisch fressen. Sobald die Schwarzen das Schiff sabeu, kamen sie in Nachenberan, legten alle Leute, die auf dem Schiffe waren, in Ketten und führten sic zuihrem König. Dieser ließ einen Theil der Leute schlachten und ihr Fleisch verzehren,
Tausend und eine Nackt. II.
106