Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
831
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Vierhundert und »emiundstebcuzigste Nacht.

zu Djafar:Bring' deine Schwester Dun ja, Tochter des Viziers Jahja, her!"Djafar gehorchte, und als seine Schwester vor den Chalifen kam, fragte er sic, aufden Jüngling hindeutend, ob sie diesen Mann kenne? Sie antwortete:Woher sollenFrauen mit fremden Männern bekannt seyn?" Der Chalif erwiderte lächelnd:Wirsind von der ganzen Geschichte genau unterrichtet; es kömmt Alles an's Licht, wenn esauch noch so tief verborgen liegt." Da sagte sie:Es war so im Buche der Bestimmunggeschrieben; ich bitte nun Gott und dich um Verzeihung für das Geschehene." DerChalif lachte, ließ den Kadi und Zeugen rufen und einen neuen Ehe-Contract schreiben,und ernannte Ali zu seinem Adjutanten. Dunja liebte ihn wie zuvor und machteihn zum glücklichsten Gatten. Doch, nur Gott ist allwissend!

Nach einer kleinen Pause begann Schehersad die

Geschichte Haruns mit dem Kadi Abu Infus.

Es wird ferner erzählt: Djafar brachte einst eine Nacht in Gesellschaft Harunszu, da sagte ihm dieser:Ich habe gehört, du habest die Sklavin N. N. gekauft, dieich schon längst besitzen möchte, denn sic ist sehr schön und liebenswürdig; verkaufe siemir doch wieder!" Djafar antwortete:Sic ist mir nicht seil."So schenke mirsie."Ich verschenke sie auch nicht."Wenn du sie mir nicht verkaufst und nichtschenkst, so lasse ich mich dreimal von Subeida scheiden."Und wenn ich sie dirschenke oder verkaufe, so lasse ich mich dreimal von meiner Gattin scheiden." Alsaber diese Schwüre ihrem Munde entschlüpft waren, merkten sic, daß sie sich in eineernste Sache verwickelt hatten, und wußten nicht, wie sich wieder hcrauswindcn, dennDjafar liebte seine Gattin nicht minder, als der Chalif die geistreiche Subeida.Da sagte dieser:Das ist ein Fall, den nur Abu Jusuf lösen kann." Als darauf

Abu Jusuf noch um Mitternacht gerufen ward, stand er erschrocken auf und sagte:Gewiß ist etwas Wichtiges im Islam vorgefallcn." Er bestieg schnell ein Maulthicr,hieß einen Jungen ihm mit Gerste folgen, um sie dem Thiere vorzulcgen, während er sichbeim Chalifen aufhiclt. Als er zum Chalifen kam, stand dieser vor ihm auf und ließihn neben sich auf seinen Divan sitzen, was sonst Niemand, außer ihm, durfte, undsagte ihm:Ich habe dich wegen einer wichtigen Angelegenheit rufen lassen," und

erzählte ihm, was zwischen ihm und Djafar sich ereignet. Der Kadi sagte:O Fürstder Gläubigen! das ist die leichteste Sache von der Welt; Djafar soll dir die Hälfte