830 Vierhundert und ncuuundstebeuzigste Nacht.
zu heilen, und ließ mich häufig in's Bad gehen. Als ich vollkommen genesen war,öffnete ich meinen Laden wieder, verkaufte Alles, was darin war, und kaufte mirvierhundert Mameluken, wie kein König sie beisammen hat, von denen ich jeden Tagzweihundert mit mir nehme; ich ließ mir auch einen Kahn für zwölfhundert Dinarebauen und nahm ein großes Gefolge, von verschiedenem Range, zu mir, gab mich fürden Chalifen aus und ließ ausrufen: „Wer auf dem Tigris fährt, verliert sogleich denKopf!" Und so lebe ich schon ein ganzes Jahr, ohne etwas von Dunja zu hören.Er trug dann weinend folgende Verse vor:
»Bei Gott! ich werde sie nie vergessen und nie einer Andern mich nähern. Siegleicht vollkommen dem Monde; gepriesen sep Allah, der sie geschaffen. KeinTrost wird in meine Brust zurückkehrcn, so lange Dunja mich aus ihrer Näheverbannt."
Als Harun Arraschid dies hörte, rief er erfreut aus: „Gepriesen ftp der
Herr, dev Nichts ohne Grund geschehen läßt!" dann verließ er den jungen Mann undnahm sich vor, ihn reichlich zu beschenken. Sobald er mit Djafar und Masrurwieder in's Schloß kam, kleidete er sich um und sagte zu Djafar: „Bring' mir de» ^jungen Mann her, bei dem wir die Nacht zugebracht."
Als Djafar zu dem Jüngling kam und ihn einlud, sich zu Harun Arraschidzu begeben, ging er erschrocken mit ihm, denn er erkannte Djafar wieder und zweifeltenicht mehr, daß sein gestriger Freund der Fürst der Gläubigen war. Er trat verlegenvor ihn, verbeugte sich und grüßte mit folgendem Verse:
„Mögen deine Thorc stets wie die Kaaba ausgesucht werden, und ihr Staubauf jeder Stirne sichtbar sepn! Ju allen Ländern sage man: Dies ist die heiligeStätte, und du bist Ibrahim. '
Der Chalif lächelte ihm freundlich zu, erwiderte seinen Gruß, ließ ihn neben sichsitzen und sagte ihm: „Armer Mann! ich wünsche noch Einiges von deiner gestrigenGeschichte zu hören, denn sie ist wunderbar." Der Jüngling rief: „Gnade, o Fürstder Gläubigen, reiche mir dein Tuch als Zeichen der Sicherheit!" Der Chalif gewährteihm sein Verlangen und ließ sich noch einmal das Nähere seiner Abenteuer mit Dunja ^erzählen; und da er daraus schloß, daß er Dunja noch heftig liebe, fragte er ihn:„Soll ich sie dir wieder verschaffen?" — „O Fürst der Gläubigen!" erwiderte derJüngling: „du könntest mir keine größere Wohlthat erzeigen." Der Chalif sagte dann
' Im Tempel jn Mekka ist ein kleiner Platz, der von den Pilger» hoch verehrt wird und die Stätte Abrahamsgenannt wird.