Vierhundert und achtmidstebenzigstc Nacht.
bube Geduld und sey für dein Leben bedacht!" Aber der Chalif schwur bei dem Lebenseines Urgroßvaters Abbas, er müsse ihn fragen. Der junge Mann, der sie eifrigsprechen hörte, wendete sich zu Djafar und sagte ihm: „Was hast du mit deinemFreunde? bei Gott! ich will die ganze Wahrheit wissen." Djafar sagte: „MeinHerr! mein Freund sah Spuren von Schlägen an deinem Körper und er sagte: beiGott! wunderbar, der Chalif ist geschlagen worden; er wollte nun wissen, wie daszuging?" Der junge Mann lächelte und sagte: „Meine Geschichte ist wunderbar,
wenn man sie mit einer Nadel in die Tiefe des Auges zeichnete, könnte sie Jedem zurBelehrung dienen." Er seufzte dann und sprach folgende Verse:
»Bei Gott, dem nichts verborgen ist, meine Geschichte umfaßt alle Wunder;wollt ihr sic wissen, so schweigt und horcht auf. Mich hat die Liebcsglutverzehrt, denn meine Geliebte übertrifft alle Sterne. Ihr Aug' ist wie Kohl,ihre Wangen sind Rosen, lödtcnd ist für mich der Bogen ihrer Augenbrauen.
Mein Herz sagt mir, daß einer von euch unser Herr, der Chalif, der Sohnder Edlen, ist; der Andere der verehrte Djafar, der mit Recht Herr und Sohneines Herrn genannt wird; und der Dritte Masrur, das Schwert der Rache.
Ist was ich sage wahr, so habe ich meinen Zweck erreicht und meine Freude istvollkommen:"
Djafar schwur, sie seyeu es nicht, aber der junge Mann sagte lächelnd: „Ichhin nicht der Fürst der Gläubige», habe aber diesen Namen angenommen, um meinenZweck zu erreichen bei den Leuten dieser Stadt; mein Name ist Ali, der SohnMohammeds, des Juweliers; mein Vater war ein sehr vornehmer Mann undhinterließ mir bei seinem Tode ein ungeheures Vermögen. Als ich eines Tages, vonmeinen Leuten umgeben, in meinem Laden saß, da kam eine Dame, auf einem Mauleselreitend, mit drei Sklavinnen wie der Mond, stieg vor meinem Laden ab, setzte sichzn mir und fragte mich, ob ich Ali, der Juwelier, sey? Ich antwortete: „Ich bin deinergebenster Sklave."— »Hast du schöne Edelsteine?" — „Meine Herrin! ich will dir Alles»orlegen lassen, gefällt dir Etwas, so macht es deinen Sklaven glücklich, wo nicht,so bin ich trostlos."
Ich hatte hundert Schnüre von Edelsteinen und legte sie ihr alle vor, aber esgefiel ihr Nichts und sie sagte: „Du mußt noch schönere haben." Nun hatte ich »ocheine Schnur Diamanten, die mein Vater für hunderttausend Dinare gekauft hatte, sogroß, wie man sie bei den höchste» Sultanen nicht findet; ich sagte cs ihr, und siewünschte sie zu sehen. Als sie dieselbe sah, sagte sic: „Das ist, was ich schon meinganzes Leben wünsche. Wie theuer sind sie?" — „Mein Vater hat sie für hunderttausend
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