Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
816
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816 Vierhundert und sechsundstebenzigstc Nacht. !

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Sie sagte:Jshak ist der Schöpfer der Musik, und wie wäre es erst, wenn du dieseMelodie von ihm selbst hörtest?" So fuhr sic dann, ohne mich zu kennen, in meinenLobeserhebungen fort, bis die Morgenröthe heranbrach; da kam eine Alte, welche ihreAmme zu sey» schien, und sagte:Nun Lst's Zeit."

Das Mädchen stand auf und sagte mir:Verrathe nicht, was hier im Vertrauenvorgefallen!" Ich sagte:O könnte ich für dich sterben! du brauchst mir dies nichtanzuempfehlen." Ich verließ sie und folgte einer Sklavin, die mir die Thürc öffnete,ging nach Hause, betete und schlief. Bald kam aber ein Bote von Mamun und ichmußte den ganzen Tag bei ihm zubringen. Abends erinnerte ich mich der verflossenenNacht uud dachte: ich wäre ein Thor, wenn ich mir nicht wieder eine solche Nachtzu verschaffen suchte. Ich setzte mich wieder in den Korb und ward wieder wie amvorigen Abend hinaufgezogcn. Das Mädchen erschien und wir brachten die Nachtwieder mit Necitationen und Erzählungen zu. Als die Morgenröthe leuchtete, ging ichnach Hause, betete das Morgengebct und schlief. Da kam wieder ein Bote vonMamun, um mich zu holen, und ich brachte den Tag bei ihm zu. Des Abends sagtemir der Chalif:Bleib' hier und erwarte mich bis ich wieder komme." Sobald eraber weg war, dachte ich mit so vielem Entzücken an die vergangenen Nächte, daß ich,des Chalifen Befehl nicht achtend, schnell aufsprang und nach dem Korbe lief. Als ichwieder hinaufgehoben ward, sagte mir das Mädchen:Nun, Freund, du scheinst unserHaus zu deiner Herberge machen zu wollen?" Ich erwiderte:O könnte ich meinLeben für das deinige geben! doch das Recht der Gastfreundschaft dauert drei Tage,kehre ich wieder, so hast du das Recht, mein Blut zu vergießen." Wir unterhielten unsdann wieder wie in den früher« Nächten. Als die Zeit zum Weggehen nahe war,dachte ich, Mamun wird mich gewiß fragen, wo ich gewesen, und nicht ablassen, bisich ihm Alles erzähle; ich sagte daher meiner schönen Wirthin:Ich sehe, daß dueine Freundin von Gesang bist; ich habe einen Vetter, schöner und gebildeter als ich,!und Niemand kann besser, als er, Jshaks Lieder singen: darf ich ihn dir nicht jbringen?" Sie sagte:Du wirst zudringlich, mein Sohn. Doch, wenn dein Vetter!so ist, wie du ihn schilderst, so will ich ihn kennen lernen." Als dann der Tag graute,!verließ ich sie wieder und ging nach Hause. Aber bald stürmten Main uns Dienerin mein Haus und schleppten mich fort.

Mamun saß aufgebracht in seinem Divan und sagte, als ich hereintrat:Jshak!wirst du mir ungehorsam?" Ich antwortete:Nein, bei Gott!"So erzähle die

Wahrheit."Recht gerne, doch allein." Mamun entfernte die Anwesenden durch