Vierhundert und fünfundstebenziglie Vacht. ^00 -
sagte: „Ich vertraue dir dies an, denn ich verlasse dich jetzt; du darfst cs zu wichtigen !Dingen für dich verwenden, mir ist schon genug, nichts mehr zu befürchten zu haben." !Aber er gab mir den Beutel zurück und sagte: „Ich bin glücklich genug, daß das >Schicksal dich zu mir geführt; bei Gott, wenn du cs verlangst, werde ich gerne für!dich sterben." !
Er sagte mir auch: „Mein Herr, hier bist du am sichersten und am leichtesten zuverpflegen, bleibe bei mir, bis dir Gott helfen wird." Ich blieb noch einige Zeit beiihm, ohne daß er zugab, daß etwas von meinem Beutel genommen wurde. Da ichaber seine Güte nicht mißbrauchen wollte, verkleidete ich mich als Frauenzimmer undging verschleiert aus. Da begegnete mir, als ich ängstlich über eine Brücke ging, die ^mit Wasser bespritzt war, einer uieiner früheren Diener; er erkannte mich und rief:„Nun wird Mamuns Verlangen gestillt," und faßte mich an; aber ich stieß ihn mit !sammt seinem Pferd in den Koth, und während die Leute sich zu ihm bindrängten,lief ich davon und kam an eine Thürc, vor welcher eine alte Frau stand. Ich sagte !ihr: „Schone mein Blut, und nimm mich bei dir auf, ich bin in Gefahr." Sie
erwiderte: „Fürchte nichts," führte mich in ein Zimmer, legte Divane zurecht und
gab mir zu essen. Auf einmal kam der Mann, den ich umgeworfen hatte, mit
verbundenem Kopf, ohne Pferd und das Blut lief ihm über seine Kleider herunter. >Als die Alte ihn fragte, waö ihm geschehen, erzählte er ihr, was zwischen ihm und Imir auf der Brücke vorgefallen war. Er suchte dann einen Lumpen und verband sich!den Kopf und legte sich krank in sein Bett. Als die Alte wieder zu mir kam, sagte ^sie: „Ich glaube, du bist der Held dieses Abenteuers; doch fürchte nichts." Ich bliebhierauf noch drei Tage bei ihr, während deren sie mich mit der größten Ehrerbietungbewirthete. Am vierten Morgen aber sagte sie mir: „Ich fürchte, dein Diener, der nunwieder das Bett verlassen kann, möchte einmal heraufkommen und dich finden, drumsuche zu entkommen." Ich bat sie, mich bis zur Nacht bei sich zu lassen, und da sie esbewilligte, ging ich Abends, als Frauenzimmer gekleidet, von ihr weg und begab michzu einer früher» Sklavin. Als sie mich sah, weinte sie, bezeigte mir ihre Theilnahmeund pries Gott über meine Rettung; dann ging sie weg, unter dem Vorwand, auf demMarkte zu meiner Bewirtbung etwas ciuzukaufen. Auf einmal kam Ibrahim aus
Moßul mit seinen Sklaven und Wachen, geführt von der verrätherischen Sklavin,
^ in deren Haus ich war. Ich wurde in dem Aufzuge, wie ich war, in's Schloß^ des Chalife» geführt; Mamun ließ den großen Divan versammeln, und alsi ich vor ihm erschien und ihn grüßte, sagte er: „Gott grüße dich nicht!" Da sagte
Tausend und eine Nacht. H
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