Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
808
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H08 Vierhundert und fiiufundlrebenzigste Rächt.

reinliches Haus, schloß die Thüre und ging fort. Ich vcrmuthete, er habe mich erkanntund von dem Preise gehört, der auf mich gesetzt war, und gehe jetzt, mich zu verratben;während ich so ängstlich da saß, kam er wieder mit einem Träger, der allerleiLebensmittel brachte, und sagte mir:Ich gebe mein Leben für das deinige hin."

Da ich hungrig war bereitete er mir Speisen zu, dergleichen ich nie gegessen.Dann näherte er sich mir schüchtern und sagte:Darf ich mich wohl mit dir unterhalten,da du doch einmal deinem Sklaven eine so große Ehre erzeigt? ich weiß, daß du einenhohen Geist besitzest." Ich sagte ihm, denn ich zweifelte noch, ob er mich erkannte:Woher weißt du, daß meine Unterhaltung angenehm ist?" Er antwortete:UnserHerr, der Sultan Gottes, ist dafür berühmt; du bist ja mein Gebieter, IbrahimMahdi, auf den Mamun einen Preis von hunderttausend Dinaren gesetzt." Als ichdies hörte, sah ich, welch einen großen, würdigen Mann ich vor mir hatte, und gewährteihm seinen Wunsch. Die Trennung von meinem Sohne fiel mir eben ein und ich sprachfolgende Verse:

Vielleicht wird der, welcher Joseph seine Leute zufiihrtc und ihn imGefängnisse tröstete, uns erhören und wieder vereinigen, denn der Herr derWelte» ist allmächtig."

Als der Sklave dies hörte, fragte er, ob er auch, was ihm gerade eiufälli,recitire» dürfe? Ich sagte ihm:Ja," und er sprach:

Wir klagten unser» Freunden die Länge unserer Nächte; sie aber sagten:bei uns sind sie sehr kurz; schnell schließt der Schlaf ihre Augen, während dieunsrigcn immer offen bleiben. Uns Unglücklichen in der Liebe bringt die Nacht nurTrauer, während ihnen ihr Hcrannahen willkommen ist. Ginge es ihnen, wieuns, so gliche auch ihr Nachtlager dem unsrigcn."

Ich sagte:Bei Gott! das ist schön, nun habe ich alle Furcht verloren." Dannrecitirte er auf mein Verlangen noch folgende Verse:

Sic warfen uns vor, daß wir nur gering an Zahl, aber ichantwortete: freilich, der Edlen gibt es nicht viele, doch was schadet es, daß wirwenige nur und unsere Nachbarn zahlreich sind, wenn Niemand auf ihrenSchutz zählen kann, während unsere Gäste geehrt werden? Wir sind einStamm, der den Tod als keine Schmach betrachtet, wie die Stämme Amerund Salul. Unsere Liebe zum Tode bringt uns ihm näher, während ihreFeigheit ihnen ein langes Leben sichert."

Ich war erstaunt, so viele Bildung bei einem solchen Manne zu finden, und warfihm einen Beutel mit kostbaren Münzen zu, den ich bei mir hatte, indem ich ihm