! 804 Vierhundert und »'ierundjiebenzitzste Nacht.
seine Frauen und Kinder wurden gefangen, und alle Schätze fielen als Beute in dieHände der Araber. Es waren dabei mehr als hundert und siebenzig Kronen ausPerlen, Hyacinthen und andern kostbaren Steinen. Ein Saal, in welchem Pferdeherumspringen konnten, war voll mit goldnen und silberne» Gefäßen. Man fand
darin auch den Tisch, der dem Propheten Salomon, dem Sohne Davids (GottesFriede sey mit ihm!), gehörte; auch ein chemisches Pulver, mit dem man einen Drachmenzu tausend, und alles Silber in das reinste Gold verwandeln konnte. Walidschleppte das Alles weg, und die Araber ließe» sich in diesem Lande nieder und cöbildet noch immer eine der größten Provinzen des muselmännischen Reichs.
Geschichte Hischams, Sohns des Abd Almalik.
Man erzählt: Als Hi sch am einst aus der Jagd war, setzte er einem Neh nach,
das die Hunde verfolgten; er sah es aber bald nicht mehr und fragte einen jungen
Araber, der Schafe hütete: „Hast du kein Reh hier vorüberlaufen sehen?" Der
Junge antwortete, indem er den Kopf zu Hi sch am aufhob: „Warum, dummer Mensch,
siehst du mit Geringschätzung auf mich herab und sprichst so unhöflich mit mir? DeineWorte sind die eines Tyrannen, und dein Benehmen ist das eines Esels."
Hi sch am sagte: „Kennst du mich nicht? wehe dir!" Der Junge antwortete:
„Ich kenne dich als einen ungebildeten Mann, weil du mich anredest, ohne mich vorherzu grüßen." — „Wehe dir!" riefHischam: „ich bin Hisch am, der Sohn Abd Almaliks."Der Araber erwiderte: „Gottes Gnade bleibe fern von dir! wie viel sind deine
Worte, und wie wenig deine edlen Thaten!" Aber noch ehe der Araber ausgeredethatte, umgaben Hi sch am seine Truppe» von allen Seiten und riefen: „Friede sey
mit dir, o Fürst der Gläubigen!" Der Chalif sagte: „Laßt nun diese Worte undbemächtigt euch dieses Jungen!" Der Araber ward sogleich fcstgenommen, aber erkehrte sich nicht an die Menge Viziere und Adjutanten, die drohend über ihn herfielc»;er steckte den Bart in die Brust und ging ruhig vor Hi sch am her, ohne das mindesteZeichen der Reue oder Furcht von sich zu geben, ja ohne sich grüßend vor ihm zuverbeugen. Da sagte ihm einer der Diener: „Du Hundsbeduine! warum grüßest duden Fürsten der Gläubigen nicht?" Der Araber wandte sich zornig zu ihm und sagte:„Du Eselsdecke, ich bin der Beleidigte, ich hätte zuerst begrüßt werden sollen." Hi sch am,dessen Zorn immer heftiger wurde, sprach: „Deine Hoffnung ist zerronnen, dein Lebe»