Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
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800
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HOO Vierhundert und dreiundsiedenzigste Vacht.

Geschichte Hatems aus dem Stamme Taii.

Man erzählt: Als Hatcm der Taute starb, wurde er auf dem Gipfel eines Bergesbeerdigt, und man baute auf seinem Grabe zwei Wasserbehälter mit steinernen Figuren,welche Mädchen mit herabfallenden Haaren vorstellten. So oft Wanderer dort lagerten,horten sie die ganze Nacht durch ein Geräusch und Gemurmel, und des Morgenssahen sie nichts als die stcienrnen Mädchen.

Eines Tages, als Dsnl Kalaa, einer der Könige Himiars, einem treulosenDiener nachsetzte und die Nacht ans diesem Grabmale zubrachte, sagte man ihm:Dasist Hat eins Grab, hier sind die zwei Behälter mit den steinernen Mädchen, und sooft Wanderer hier übernachten, vernehmen sic einen großen Lärmen und großes Geschrei."

Der König sagte scherzend:Nun, Hatcm, diese Nacht sind wir deine Gäste, aber

wisse auch, daß wir recht ausgehungert sind'." Er schlief hieranfein wenig ein, erwachte

aber bald wieder, rief seine Leute zu sich und bat sie, ihm sein Kameel zu bringe»; !

aber das Kameel war so schwer verwundet, daß sie es schnell schlachten mußten, umcs noch essen zu dürfen. Als sic Dsul Kalaa fragten, was das bedeute? sagteer ihnen:Mein Auge war geschlossen und doch sah ich Hatcm mit einem Schwert i

auf mich zukommcn und hörte, wie er mir sagte: warum besuchst du mich, wen» ich

nichts zu geben habe? Hierauf schlug er mein Kameel mit dem Schwert und hättetihr cs nicht geschlachtet, so wäre cs gestorben." Am folgenden Morgen bestieg DsulKalaa das Kameel eines seiner Freunde und nahm denselben hinter sich. GegcuMittag begegnete ihnen Jemand, der auf einem Kameele ritt und ein anderes an der ^

Hand führte; sic fragten ihn:Werbist du?" Er antwortete:Ich bin Adi, der SohnHatems; wo ist der König Dsul Kalaa?" Als der König sich zu erkennen gab,sagte Adi:Nimm dieses Kameel statt des deinigen, das mein Vater für dich

geschlachtet hat." Der König fragte erstaunt:Wer hat dir das gesagt?" Adi

antwortete:Mein Vater hat mich im Traume besucht und mir gesagt: sieh, Adi,der König Dsul Kalaa wollte mein Gast scpn, da habe ich ihm sein Kameel geschlachtet,

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drum bringe du ihm jetzt ein anderes für seine Reise, denn ich habe nichts." DceKönig nahm das Kameel, setzte darauf seine Reise fort und erzählte allenthalben oo»Hatems Freigebigkeit selbst nach seinem Tode.

Schehcrsad bemerkte an den im höchsten Glanze strahlenden Sternen, daß derMorgen noch ferne scy; sie begann daher die Erzählung einer andern Geschichte mitfolgenden Worten: ;