Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
793
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Vierhundert und zweiundstebenzigste Vacht.

König dich umbringen lassen." Ali sagte:Ich will dienen." Sie führte ihn dannvom Divan weg in die Kirche. Da fragte Ali:Welchen Dienst habe ich zu verrichten?"Sie antwortete:Du mußt Morgens früh aufstehen, fünf Maulthiere nehmen, damitin den Wald gehen, trockenes Holz hauen und es in die Küche des Klosters bringen;dann legst du die Teppiche und Matten zusammen, kehrst aus und waschest den Boden,dann breitest du die Teppiche wieder aus, nimmst einen halben Sack Walzen, siebst,mahlst und knetest ihn und machst Brod für das Kloster. Du nimmst dann einen ViertelAnsen, siebst sie, zerstoßest sie und kochst sie. Du füllst hierauf die vier Springbrunnen,gehst mit einem Fasse herum und füllst die dreihundert und sechsundscchzig Wasserbehälterder Novizen. Dann machst du die Gläser rein, füllst sie mit Oel und zündest sie an,wenn die Glocke läutet; du nimmst bernach dreihundert und dreiundzwanzig Schüsseln,bröckelst Brod binein und gießest Linsensuppe darüber und bringst jedem Klosterbrudereine Schüssel voll und machst sie ihm kalt." Als die Alte ausgeredet hatte, sagte Ali:Führe mich zum König zurück, er soll mich lieber tödten lassen; wie viele Hände habeich denn? wie kann ich alle diese Arbeit versehen?" Die Alte erwiderte:Du brauchstnicht Alles selbst zu thun, Jedermann muß dir helfen; nimm diesen Stock (er war vonKupfer und hatte oben ein Kreuz) und geh auf die Straße, und wenn dir der Gouverneurder Stadt begegnet und du sagst ihm: Ich lade dich zum Dienste der Kirche ein, nimmdieses Maulchicr und belade es mit dürrem Holze aus dem Walde, so muß er dir auchgehorchen, sonst tödte ihn nur auf meine Verantwortung. Auch wenn du dann denVizier siehst, so klopfe nur vor seinem Pferde mit diesem Stock auf die Erde und sageihm: Ich lade dich zum Dienste der Kirche ein, er muß dann Waizen nehmen, ihnsieben, mahlen, kneten und backen; erschlage nur in meinem Namen Jeden, der dir nichtgehorcht." Ali befolgte den Befehl der Alten und machte sich ein besonderes Vergnügendaraus, die vornehmsten Bewohner Genua's zu plagen. Eines Tages, als er in derKirche saß, kam die Alte und sagte:Geb' schnell hinaus!" Er fragte:Wohin sollich gehen?" Die Alte antwortete:Bringe diese Nacht in einem Weinhause zu oderbei einem deiner Freunde, denn die Prinzessin Johanna, Tochter des Königs dieserStadt, will die Kirche besuchen; da darf Niemand ihr im Wege seyn." Ali stellte sich,als gehorche er, aber Satan schlich in seine Brust, und er dachte: Ich möchte dochwissen, ob die Prinzessin wie andere Frauen aussieht; ich gehe nicht, bis ich sie gesehenhabe. Er verbarg sich dann in eine Zelle, aus welcher er die Kirche übersehen konnte,»nd als die Prinzessin kam, warf er einen Blick auf sie und fand sie wie der Mond,wenn er zwischen Wolken hervorstrahlt und sich plötzlich unscrm Auge zeigt.

Tausend und eine Nacht. Il ^00