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Vierhundert und zweiundstebeiizigste "Nacht
Ali schloß den Laden, gab seinem Nachbar die Schlüssel zu demselben und sagte
ibm: „Ich gehe mit dem Franken auf sein Schiff, um Geld zu holen, behalte du die
Schlüssel einstweilen, und wenn ich lange ausbleibc und der Oberst Achmed kömmt, der
mir diesen Laden gekauft hat, so gib ihm die Schlüssel und sage ihm, wo ich bi»/'
Ali ging dann mit dem Franken auf's Schiff, dieser ließ ihm einen Stuhl reichen und
das Geld geben nebst den fünf Stoffen, die er ihm versprochen hatte. Als Ali hierauf
sich entfernen wollte, sagte ihm der Franke: „Labe dich zuerst mit einem guten Bissen
und einem Trünke," und stellte Ali einen Schlaftrunk vor. Ali trank davon und fiel
rückwärts hin. Sogleich wurden die Anker gelichtet, die Segel gespannt, und der Wind
trieb das Schiff in's Weite. Der Franke, welcher der Hauptmanu des Schiffs war,
ließ dann Ali ein Gegenmittel für den Schlaftrunk reichen; er öffnete seine Augen und
fragte: „Wo bin ich?" Der Capitain antwortete: „Du bist mein Gefangener." —
„Wer bist du denn?" fragte Ali. „Ich bin der Capitain des Schiffs und ich will dich
mit noch vierzig andern Muselmännern, die ich auf mein Schiff gelockt, der Geliebten
meines Herzens nach Genua bringen." Als das Schiff vor der Citadelle von Genua
landete, kam ein verschleiertes Mädchen zum Capitain auf's Schiff und sagte ihm: „Gib
das Amulet!" Der Capitain gab cs ihr, stieg dann an's Land und feuerte die Kanonen
zur glücklichen Ankunft ab. Kaum hatte der König von Genua des Hauptmanns Ankunft;
erfabren, als er ihm entgegenging und ihn fragte, wie seine Reise abgelaufen? Der
Hauptmann sagte: „Gut, ich habe ein Schiff gekapert, indem einundvierzig muselmännische
Kaufleute sind." Auf Befehl des Königs führte der Hauptmann dann die Muselmänner
in Ketten an's Land. Der König und der Hauptmann bestiegen ihre Pferde und trieben
sie vor sich her in den Divan. Da fragte der König einen Gefangenen nach dem
andern, wo er herkommc, und sobald er antwortete: „Aus Alexandrien," erhielt der
Scharfrichter den Befehl, ihm den Hals abzuschneiden. Schon waren vierzig Muselmänner
bingerichtet und Ali, der noch allein übrig war, dachte bei sich selbst: Gottes Mitleid
sey mit mir, sonst ist es auch um mich geschehen. Der König fragte auch ihn, wo er
herkomme, und als er antwortete: „Aus Alexandrien," sollte auch er geköpft werde».
Der Scharfrichter hatte schon sein Schwert gezogen, da kam eine alte Nonne vor de»i ...
König und sagte: „O König, habe ich dich nicht gebeten, wenn der Capitain mit
Gefangenen kömmt, unserm Kloster einige Gefangene zu schicken, daß sie den Dienst in
der Kirche versehen?" Der König erwiderte: „O Mutter, wärst du nur etwas früher
gekommen; doch nimm den Einzigen, der noch übrig bleibt." Sie wendete sich dann zu
l Ali und sagte ihm: „Willst du Kirchendiener werden, gut, wo nicht, so wird der