Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
782
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^82 Vierhundert und stebenzigste Nacht.

schrie ihn der Chalif an, erzählte ihm seine Geschichte und sagte ihm:Du mußt mirAlles wieder verschaffen, oder sterben!" Chaled versetzte:Wie kann ich dies, o Fürstder Gläubigen! auch ein gestohlenes Essigwürmchen bekommt man nicht so leicht wieder;übrigens laß zuerst den Dieb Achmed sterben, denn der kennt die Diebe und Verrätheram besten." Achmed trat bervor und sagte:Der Chalif erlaube mir, für de»Polizciobersten Fürsprache zu thun: ich bürge dafür, daß sich das Gestohlene wiederfindct;doch gib mir zwei Kadi's und zwei Zeugen mit, denn wer so etwas thut, fürchtet michund den Polizeiobcrsten und noch Andere nicht." Der Chalif sagte:Zuerst muß inmeinem Serai gesucht werden, dann in dem des Viziers, dann bei dem Sultan derSechzig: denn gewiß hat eine mir nahe stehende Person diesen Raub begangen; aberbei dem Leben meines Hauptes! wer mich bestohlen hat, der muß getödtet werden, undwäre es mein eigner Sohn."

Achmed ließ sich einen Firman geben, um die Häuser zu durchsuchen, und ging miteinem schweren metallenen Stock in der Hand und untersuchte den Serai des Sultansund den des Viziers; dann ging er zu den Schloßverwaltern und Adjutanten, endlichkam er zu Ali, der eben seine Gattin Jasmin verlassen hatte. Als Ali die Thiireöffnete und de» Polizeiobcrsten mit seinem Gefolge sah, fragte er:Was gibt es Neues,Emir Chaled?" Der Emir erzählte ihm, was vorgefallcn, und sagte:Verzeiht,mein Herr, Ihr sepd ein Emir, der gewiß keinen Diebstahl begeht, aber wir habenden Befehl vom Chalifen, alle Häuser zu durchsuchen." Chaled trat hierauf mit denKadi's, den Zeugen und Achmed in Ali's Gemach, wo des Chalifen Kleid verborgenwar. Achmed ließ mit Vorsatz den Stock auf die Marmorplatte fallen, unter welcheer das Gestohlene verborgen hatte, so, daß sie zerbrach, und da man etwas darunterschimmern sah, fragte er:Was liegt da unten? Hier ist gewiß der ganze Diebstahlverwahrt." Als er hierauf die Platte weghob und das Kleid dcö Chalifen zumVorschein kam, ward Ali sestgcnommen, und Achmed bemächtigte sich der schwanger»Sklavin Jasmin, gab sie seiner Mutter und sagte ihr:Führe sie zur Frau dcö

Polizeiobcrsten." Sobald Habsalam die Sklavin sah, ward er wieder gesund, standfreudig auf und näherte sich ihr. Sie zog aber einen Dolch und sagte:Entferne dichvon mir, sonst tödte ich dich und mich. Nach welcher Schule ist es einer Frau erlaubt,zwei Männer zu haben? Was habe» Hunde im Lager der Löwen zu schaffen?" AlsHabsalam hierauf noch kränker als zuvor ward, sagte seine Mutter zu Jasmin:Du Hündin bringst mich um meinen Sohn! Stirb nur, denn Ali wird gewiß gehängt."Sie zog ihr dann ihre seidenen Kleider und ihren Schmuck aus, gab ihr einen groben,