^80 Vierhundert und neumindsechzigste Nacht.
wieder zum Hauptmann einsctzest; er wird sich gewiß bessern." Der Chalif ließ, umsein Wort nicht zu brechen, einen Juden rufen und Achmed auf der Waschbank entfesseln;dann schenkte er ihm wieder eine Hauptmannönniform und empfahl ihm, einen gutenLebenswandel zu fuhren. Achmed küßte dem Chalifen die Hand, ging in seiner Uniformweg und ward als Hauptmann ausgerufcn. Als nach einiger Zeit Achmeds Mutter
zu Chaleds Gattin kam, sagte ihr diese: „Ich sehe deinen Sohn frei umher gehen,bitte ihn nun, er möchte ein Mittel erfinden, die Sklavin Jasmin meinem SohneHabsalam zu bringen." Die Alte ging zu ihrem Sohne, der eben betrunkennach Hause kam, und sagte ihm: „Mein Sohn, du verdankst deine Befreiung
aus dem Gefängnisse nur der Frau des Polizeiobcrstcn, suche daher ein Mittel,
Ali umbringen zu lassen und seine Sklavin Jasmin dem liebeskranken Habsalam
zu verschaffen!" - „Nichts ist leichter, als dies," versetzte Achmed; „ich will noch
diese Nacht dafür sorgen." Die Bestimmung wollte, daß jene Nacht gerade die erstedes Monats war; diese pflegte der Fürst der Gläubigen bei der Frau Subeida
zuzubringen, auch schenkte er gewöhnlich einem Sklaven oder einer Sklavin die Freiheit.Der Chalif war auch gewöhnt, ehe er schlafen ging, sein königliches Gewand, seinenRosenkranz, Stab und Siegel und eine kostbare goldne Lampe mit drei Edelsteinen imWohnzimmer zu lassen und den Aga's anzuvcrtraucn. Der Dieb Achmed wartete, bisdie Nacht weit vorgerückt war und alle Leute schliefen; da »ahm er ein Schwert inseine Rechte und ein Fangeisen in seine Linke, stieg auf die Terrasse, die über desChalifen Wohnzimmer ging, hob eine Platte auf und stieg hinunter.
Hier schwieg Schehersad, um in der nächsten Nacht also fortzufahren: