Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
778
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Vierhundert und neunundsechzigste Nacht.

warf sich auf's Bett und wollte nichts genieße». Seine Mutter CHatun besuchte ihnund fragte, was ihn so krank mache? Er antwortete:Kaufe mir Jasmin!"Recht gerne," rief Chatnn,sobald deren voriiberkommen, kaufe ich dir." Da sagteHabsalam:Ich meine nicht Jasmin zum Rieche», sondern eine Sklavin, welche soheißt." Chatun ging zu ihrem Gatten und sagte ihm:Warum hast du meinemSohne die Sklavin Jasmin nicht gekauft?" Er antwortete:Was dem Herrn gebührt,ziemt dem Diener nicht; es stand nicht in meiner Gewalt, sie zu kaufen, denn Djafarhat sie für Ali, den Sultan der Sechzig, gekauft." Habsalams Nebel ward immerbedenklicher; er nahm keine Nahrung an und seine Mutter war so verzweifelt, daß sieschon eine Trauerbinde umwand, als die Mutter des Diebs Achmed sie besuchte. DieserAchmed war ein so gewandter Dieb, daß er Einem den Kohl aus den Augen zu stehlenverstand; er ward aber einst doch auf einem Diebstähle ertappt und vom Polizeiobcrstenvor den Chalifeu geführt, der ihn zum Tode vcrurtheilte. Der Vizier Djafar bataber um Gnade für ihn, und als der Chalif, der Djafars Fürbitte nie verwarf, ihmentgegnen:Soll ich das Verderben über die Muselmänner loslassen?" antwortete er:Sperre ihn ein; denn wer das erste Gcfängniß gebaut hat, war ein kluger Mann, csist das Grab der Lebendigen und die Freude der Feinde." Achmed wurde eingekerkertund gefesselt und man schrieb auf seine Ketten:Bis zum Tode verurtheilt, nicht z»entfesseln, bis er auf die Waschbauk kommt." ' Achmed gab indessen nicht alle Hoffnungauf seine Befreiung auf; er bat seine Mutter, welche ihm zu essen und zu trinkenbrachte und eine alte Bekannte der Frau des Emirs Chaled war, sich an diese zuwenden, um durch die Vermittlung ihres Gatten vom Chalifeu begnadigt zu werden.

Als daher die Alte Chatun mit einer Trauerbinde fand und von ihr Hab-salams Krankheit und dessen unglückliche Liebesgeschichte vernahm, sagte sie:Wiewäre es, wenn ich deinem Sohne seine Gesundheit wiedergäbe?"Wie vermagstdu das?"Ich habe einen Sohn, er heißt Achmed der Dieb und ist zu ewigerGefängnißstrafe verurtheilt. Ziehe nun deine schönsten Kleider an und deinen kostbarste»Schmuck und geh' deinem Gatten mit heilen» Gesichte entgegen; wenn er dann dichumarmen will, so erlaube es ihm nicht, sondern sage: Bei Gott, schön, wenn derMann etwas von seiner Frau will, so dringt er in sie, bis sie es ihm gewährt, willaber die Frau etwas, so wird es ihr abgeschlagen. Wenn er dich dann fragt, welcheAngelegenheit dir am Herzen liege? so antworte: Ich sage dir's nicht, bis du mir dieErfüllung meines Wunsches zuschwörst; wenn er dir dann bei seinem Haupte oder bei

' Nach dem Tode gewaschen wird.