Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
777
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Vierhundert und iieuniiiidsechzigste Nacht

ihn zu trösten, Kut Alkulub geschenkt, warum bleibt er jetzt vom Divan weg?"Djafar antwortete:O Fürst der Gläubigen! mit Recht sagt man: Wer eine Geliebtewieder findet, vergißt seine Freunde." Der Chalif ging mit seinem Vizier wieder zuAli, dieser stand auf und küßte dem Chalifen die Hand. Als der Cbalif Ali noch sehrtraurig fand, fragte er ihn:Was bedeutet diese Trauer? hat dir Kut Alkulubkeinen Trost gewährt?" Ali antwortete:Was dem Herrn gehört, ziemt dem Dienernicht; darum bin ich nicht in ihr Gemach gegangen und weiß gar nichts von ihr."

Der Cbalif ging erstaunt zu Kut Alkulub, und nachdem er sich von der Wahrheitder Aussage Ali's überzeugt hatte, ließ er sie wieder in den Serai bringen und kehrte,Ali's Zartgefühl bewundernd, in's Schloß zurück. Am folgenden Morgen begab sichAli wieder in den Divan und nahm seinen Platz als Sultan der Sechzig ein; da befahlder Chalif seinem Schatzmeister, dem Vizier zehntausend Dinare zu geben, und befahldiesem, auf den Sklavcnmarkt zu gehen, um Ali eine Sklavin für zehntausendDinare zu kaufen. Der Vizier gehorchte und ging mit Ali auf den Markt, wo gerade,so wollte es die göttliche Fügung, auch der Emir Chaled, der Polizciobcrste, eineSklavin suchte; dieser hatte nämlich eine Frau, welche Chatun hieß, und einen sehrhäßlichen Sohn, mit Namen Habsalam; Letzterer war schon zwanzig Jahre alt undkonnte noch nicht auf einem Pferde reiten. Indessen wünschte doch Chatun sehr, ihremSohne eine Frau zu geben; da er aber so häßlich war, daß ihn keine Jungfrau undkeine Wittwe heirathen wollte, sagte sie zu ihrem Gatten:Wir wollen für Habsalameine Sklavin kaufen." Als Djafar und Ali auf den Sklavenmarkt kamen und einesehr schöne und wohlgewachsene Sklavin an der Hand eines Maklers sahen, sagte diesemder Vizier:Rufe sie einmal für tausend Dinare aus." Der Makler kam dann vorChaled damit vorüber, und Habsalam fand sie so reizend, daß er seinen Vater bat,sie ibm zu kaufen. Chaled fragte die Sklavin, wie sie heiße, und sie antwortete:»Mein Name ist Jasmin." Chaled sagte zu seinem Sohne:Da sie dir so gutgefällt, so gebe ich tausend und ein Dinar." Als der Makler wieder zu Djafar kam,bot dieser zweitausend, und so oft Habsalam einen Dinar mehr bot, stieg Djafarum tausend Dinare. Dies betrübte Habsalam scbr; er fragte den Makler:Weruberbietet mich so?" Der Makler antwortete:Der Vizier Djafar, der sie für Alikauft." Als endlich Djafar zehntausend Dinare bot, schlug sie ihr Herr los und nahmdas Geld. Ali führte Jasmin in sein Haus und sagte ihr:Ich schenke dir deineFreiheit im Angesichte Gottes;" schrieb dann einen Ehe-Contract und heirathete sie alsein freies Mädchen. Habsalam aber ging sehr bestürzt und liebeskrank nach Hause,

Tausend und eine Nacht. II.

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