Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
774
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Vierhundert und uchtuiidsechzigste Nacht.

herangewachsen, dem die Alten die Hand küssen!" Der Chalif schrieb dann eine»Firman für Ali und schickte ihn dem Polizeiobersten; dieser gab ihn dem Ausrufer, derihn bekannt machte. Er lautete:Niemand anders, als Ali, ist Oberaufseher derKaufleute: sein Wort werde gehört und befolgt, und ihm selbst erweise man Achtungund Ehrfurcht!" Am folgenden Morgen miethete Ali einen Laden und ließ durch eine»Sklaven seine Maaren verkaufen, er selbst aber ritt nach dem Divan.

Da kam Jemand zum Chalifen und sagte:Du mögest leben für deinen Kammerherrn,der zu Gottes Barmherzigkeit übergegangen ist!" Der Chalif fragte:Wo ist Ali?«Ali, der eben in den Divan trat, näherte sich dem Cbalifen, und dieser bekleidete ihnwieder mit einem Kaftan, ernannte ihn zu seinem Gesellschafter und setzte ihm einenGehalt von tausend Dinaren fest. Nachdem Ali einige Zeit den Dienst eines Kammerherrnbeim Chalifen versehen hatte, kam eines Tages ein Emir, mit einem Schwerte in derHand, in den Divan und sagte:O Fürst der Gläubige»! du mögest leben für den

Obersten der Sechzig, denn der ist todt." Der Chalif sagte:Gebt Ali einen Ehrenkaftan,er werde Oberst der Sechzig, und da der Verstorbene weder Kinder noch Frau hinterlaffcn

hat, so schenke ich ihm auch Alles, was er besessen." Als hierauf der Divan aufgehoben

ward, ritt Ali inBegleitung deöObersten der Leibwache des Chalifen, mit vierzig Soldaten,die jedes Mal dem Obersten der Sechzig als Ehrenwache beigegeben wurden, nach Hause,Eines Tages, als Ali vom Divan nach Hause ritt und der Oberste »lit seinen Wachenihn verließ, ging er in das Gemach seiner Fra»; sie stand, wie gewöhnlich, auf, um einLicht anzuzünden. Als sie aber draußen war, hörte Ali, welcher sitzen blieb, auf einmalein lautes Geschrei; er lief schnell in die Küche, um zu sehen, wer so gcschricn, und

siehe da, es war Subeida, die er leblos auf dem Boden fand. Da Ali's Haus dem

seines Schwiegervaters gegenüber war, rief er ihm zu:Du mögest leben für deineTochter Subeida!" Der Alte kam herüber und weinte mit Ali; dann sagte er:MeinSohn! die Ehre, die man dem Todten noch erweisen kann, ist die, ihn würdig zubeerdigen." Sie wählten dann eine Grabstätte und versuchten vergebens, einandergegenseitig zu trösten. Ali zog Trauerkleider an, blieb aus dem Divan und weintcund seufzte immerfort. Da sagte der Chalif zu Djafar:Warum kommt Ali »ich!

mehr in den Divan?" Djafar antwortete:O König der Zeit! er gibt sich ganz derTrauer über den Verlust seiner Gattin hin." Da sagte der Chalif:Laß uns heimlichzu ihm gehen, um zu sehen, wie er sich befindet." Als Ali den Chalifen kommen sah,stand er auf, ging ihm entgegen und küßte ihm die Hände. Der Chalif sagte ihm:Mein Herz ist mit dir, o Ali, warum kommst du nicht mehr in den Divan? warum