Vierhundert und nchtundsechzigfte Nacht.
gibst du dich so der Trauer über deine Gattin hin? Fasse einmal den Gedanken, daßsie zu Gottes Barmherzigkeit iibergegangcn und daß dafür nichts mehr zu lhun ist."Ali versetzte: „O König der Zeit! ich werde bis zu meinem Tode sie nicht vergessenund will auch einst ihr Grab theilen." Der König bat ihn dann, nicht länger ausdem Divan zu bleiben. Am folgenden Morgen ritt daher Ali wieder aus, begab sichzu dem Chalifen und verbeugte sich vor ihm. Der Chalif erhob sich vom Throne, umihn zu bewillkommnen, und wies ihm wieder seinen früher» Platz an. Nach der Sitzungsagte ihm der Chalif: „Ali, du bist diesen Abend mein Gast." Der Chalif ging dannin sein Harem, rief seine Sklavin Kut Alkulub und sagte ihr: „Ali hatte eineGattin, welche ihm allen Kummer verscheuchte, die ist nun todt, ich wünsche daher, daßdu ihm etwas auf der Laute verspielest, um ihn zu erheitern."
Als Ali des Abends in's Schloß kam und Kut Alkulub ihm verspielte, fragteihn der Chalif, was er von diesem Spiele halte? Ali antwortete: „Das SpielSubeida's sey ergreifender gewesen." Da sagte der Chalif: „Diese Sklavin hat diraber doch auch gefallen?" — „Ihr Spiel ist sehr angenehm," antwortete Ali. Nunversetzte der Chalif: „Bei dem Leben meines Hauptes und dem Grabe meiner Ahnen,du mußt sie mit allen ihren Dienerinnen von mir als Geschenk annehmen." Aliglaubte, der Chalif scherze nur mit ihm, aber am folgenden Morgen ging der Chalifzu Kut Alkulub und sagte ihr: „Ich habe dich und alle deine Dienerinnen Ali
geschenkt;" Kut Alkulub freute sich sehr darüber, denn sie hatte Ali gesehen und§ liebte ihn.
Bei diesen Worten bemerkte Schehersad den Tag und schwieg; in der folgendenNacht fuhr sie also fort: