Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
772
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Vierhundert und nchtlliidsechzigste Nacht.

fünf,zigtausend Dinare, bezahle die Morgcngabc davon und lebe vom Uebrigcn!" Aliwendete sich, als er den Brief gelesen hatte, zu seinem Schwiegervater und sagte ihm:Mein Herr, hier sind zehntausend Dinare als Morgengabe deiner Tochter, und wenndu willst, so nimm auch die Maaren, die mir mein Vater schickt, und handle damit,"Bald darauf kam der Neffe und sagte zu seinem Onkel: »Nun, wird Ali seiner Frau

bald den Scheidebrief geben?" Der Alte antwortete: »Daran ist nicht mehr zu denken:

er hat das Recht in seiner Hand, denn schon hat er die Morgcngabc bezahlt." Derjunge Mann ging betrübt nach Hause, ward krank und starb. Ali kaufte, nachdemdie Maaren untergebracht waren, allerlei Speisen und Wachslichter und ordnete wiederAlles, wie in den frühern Nächten. Er sagte danir zu Subeida: »Siehst du diese

Lügner von Derwischen, die haben ibr Versprechen nicht gehalten." Sie antwortete:Du bist der Sohn des Oberaufsehcrs der Kanflente und hattest doch keinen halbenHeller in deiner Hand, was kannst du von diesen Derwischen verlangen? Doch was liegtdaran, Gott hat gemacht, daß wir ihrer nun nicht mehr bedürfen; übrigens haben sieuns doch Glück gebracht und jeden Abend hundert Dinare unter den Teppich gelegt."Als des Nachts die Lichter angczündet waren, sagte Ali zu Subeida:Komm,

spiele wieder etwas auf der Laute." Kaum begann sie zu spielen, da ward an dieThürc geklopft und die Derwische traten herein. Ali rief ihnen lächelnd zn:Willkommen,ihr Lügner, nehmet Platz!" Sie setzten sich und drückten ihr Bedauern darüber aus,daß sie das versprochene Geld nicht hcrbcischaffen konnten, bctheuerten ihre Theilnahmcan seiner Lage und fragten ihn, wie es ihm denn mit seinem Schwiegervater gegangen?

Ali erzählte den Leuten, was er von seinem Vater aus Kahira durch denSklaven Selim erhalten, wie dadurch zwischen,ihm und seinem Schwiegervater Friedegeworden, und wie er nun im unangefochtenen Besitze seiner geliebten Gattin bleibe.Während aber der Chalif hinauSging, »m auf der Terrasse frische Luft zu schöpfen,neigte sich Djafar zu Ali hin und sagte ihm: »Betrage dich nur mit Anstand: derMann, der eben hinansgegangcn, ist der Ehalif, der Fürst der Gläubigen, ich bi»Djafar, und hier ist Masrur, das Schwert der Rache, und der Dichter AbuNawas.Nimm nur deinen Verstand zusammen und bedenke einmal, wie weit von Bagdad nachKahira ist; hat man nicht fünfnndvierzig Tage daran zu reisen? Du aber hast deineMaaren erst vor zehn Tagen verloren, wie konnte dein Vater in dieser kurzen ZeitNachricht davon haben, neue Waarcn packen und sie wieder herschicken?" ,,Du hastRecht," sagte Ali; »aber, mein Herr! woher kamen sie denn?"Von wem sonst,als vom Chalifen," antwortete Djafar. Bei diesen Worten kam der Chalif wieder