Vierhundert und siebe,iu»dsechzij,fte IHncht. ^09
Sie bereitete denn, die Speisen zu und richtete den Tisch her. Als sie gemessenund getrunken hatten, sagte Ali: „Steh setzt auf und laß mich eine schöne Arie hören."Subeida nahm die Laute und brachte Töne hervor, die Felsen entzückten; wäbrcndsie so wunderschön spielte und sang, wurde auf einmal an die Thüre geklopft. Aliging an die Thüre und fand vier als Derwische gekleidete Männer, welche ihm sagten:„Wir sind hier fremd und möchten diese Nacht bei dir ausruhen und morgen wiedergehen; Gott wird dich dafür belohnen; wir hören gern singen und Jeder von uns weißviele Kasidetten und Lieder auswendig." Ali öffnete mit Subeid a's Einwilligungdie Thüre, hieß die Fremden sitzen und nahm sie gut auf. Nach einer Weile sagtensie ihm: „Mein Herr! wir wollen nicht dem Morgen gleichen, der manches nächtlicheVergnügen stört; wir haben hier singen hören und nun hat der Gesang aufgehört; istdie Sängerin wohl eine weiße oder eine schwarze Sklavin, oder ein Mädchen vonguter Familie?" Ali antwortete: „Sie ist meine Gattin," und erzählte ihnen hierauf,j wie es ihm mit ihr gegangen und wie er seinem Schwiegervater zehntausend Dinareversprechen mußte, die er in zehn Tagen zahlen sollte. Da sagte ihm einer der Derwische:„Gräme dich nicht und sey nur frohen Muths, ich bin der Oberste eines Stifts und gebieteüber vierzig Derwische; ich will dir schon zehntausend Dinare zusammenbringen, daß dudie Morgengabe bezahlen kannst. Doch laß deine Gattin noch etwas spielen, dennMusik ist dem Einen wie ein Mittagessen, dem Andern wie eine Arznei und dem Drittenj wie ein Fächer." Diese vier Männer waren der Chalif Harun Arraschid, sein Vizier
> Djafar, der Dichter Abu Na was und Masrur, das Schwert der Rache. Der
Chalif hatte nämlich, als er nicht schlafen konnte, zu seinem Vizier gesagt: „Wirwollen ein wenig in der Stadt herumgehen, denn meine Brust ist beklommen;" siehatten'sich daher als Derwische verkleidet und waren an diesem Hause vorübergckommen,
^ wo sie die Musik hörten, und beschlossen, die Nacht hier zuzubringen. Des Morgens
j legte der Chalif, ehe er wegging, hundert Dinare unter den Teppich. Als die Frau
^ den Teppich aufhob und die hundert Dinare fand, gab sie sie ihrem Gatten und sagte
^ ihm: „Nimm dies Geld, das die Derwische, ohne daß ich es merkte, unter den Teppich
gelegt." Ali nahm es und kaufte Fleisch, Reis und Schmalz und was er sonst brauchte,zündete Wachslichter an und sagte zu Subeida: „Die Derwische haben noch nichts
von den zehntausend Dinaren gebracht, das sind aufgeblasene prahlerische Menschen."Auf einmal wurde an die Thüre. geklopft. Ali ging hinunter und öffnete, führte dievier Gäste wieder herauf und fragte sie, ob sie die zehntausend Dinare gebracht haben.Sie antworteten: „Noch war es nicht möglich, doch sey unbesorgt, morgen werden
Tausend »nd eine Nacht, II
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