Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
753
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Vierhundert und uieruudsechzigste Vacht.

Ich bezeuge, daß cs keinen Gott gibt, außer dem einzigen Gotte, und daß Mohammedsein Prophet." Des Abends ging er zu seiner Frau, welche ihn schon erwartete undsich ebenfalls gewaschen und geputzt hatte, und wünschte ihr guten Abend. Seine Frauließ durch ihre Sklavin das Nachtessen auftragen und hieß ihn essen. Er aber sagte:»Ich csse nichts," und trat den Tisch mit den Füßen weg. Als seine Frau ihn fragte,was ihn so böse mache? antwortete er:Du bist Schuld daran."

Was habe ich begangen?" fragte die Frau erstaunt.Als ich heute meinenLaden öffnete, da sah ich, wie alle Kausleute, der Eine mit einem Sohne, der Anderemit zwei Söhnen kam, die den Laden öffneten; da dachte ich an den Eid, den ichdir in der Hochzeitsnacht geschworen, daß ich keine andere Gattin zu dir nehmen unddich nicht einmal durch eine abpssinische Sklavin kränken, sondern dir allein mein ganzesLeben widmen wolle: Nun bist du aber unfruchtbar und ich habe von dir eben sowenig als von einem Steine einen Erben zu erwarten."Und wer sagt dir, daßich die Ursache unserer kinderlosen Ehe bin? bcrathe einmal einen Arzt, vielleicht gibter dir eine stärkende Arznei, die uns die Kraft gibt, Kinder zu zeugen." Der Kaufmannbereute cs, seine Frau gekränkt zu haben, ging zu einem Arzte, grüßte ihn und klagteihm seine Noth. Der Arzt sagte, er wisse kein Mittel gegen eine kinderlose Ehe, er-wöge sich an einen Andern wenden. Der Kaufmann ging in der ganzen Stadt umher,um sich bei einem Arzte Rath zu holen, aber sie lachten ihn aus, und er kehrte wiederbetrübt in seinen Laden zurück. Während er da saß, kam der Aufseher der Makler, derSchcich Muhammed, welcher allerlei Heilmittel verfertigte und Opium und HaschischBereitete, zu ihm und fragte ihn, was ihn so verstimmt habe? Er erzählte ihm,was zwischen ihm und seiner Frau vorgefallcn, wie er nun schon vierzig Jahreverheirathet sep, ohne ein Kind zu haben, und wie er nun vergebens alle Aerzte derStadt um ein Mittel gegen Unfruchtbarkeit gebeten habe. Da sagte Muhammed:Mein Herr, ich habe ein solches Mittel. Gib nur zwei Goldstücke her und einechinesische Schüssel." Als der Kaufmann ihm gab, was er verlangte, kaufte er einenchinesischen Braten, nahm Zimmt, Nelken, Ingber, Pfeffer und andere Gewürze, stießes zusammen, ließ in feinem Oele kochen, that dann einige Kalbsnicrcn hinzu undeinen Becher voll Sesamöl, knetete cs mit Honig und griechischem Essig an, gab cs demKaufmanne und sagte ihm:Lasse dir zum Nachtessen stark gewürztes Schafflcisch undeine Taube braten, dann nimm diese Arznei und trinke Zuckerwaffer darauf." DerKaufmann befolgte die Vorschrift des Maklers, und nach einigen Monaten erklärteihm seine Frau, die Arznei habe gewirkt, und nach neun Monaten gebar sic einen sehr

Tausend und eine Nachr. n.

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