752 Vierhundert und vierundsechzigste Nucht.
Schuld, vereinige sie wieder, du vollbringst dadurch eine verdienstvolle That, die dirreichen Lohn bringen wird. Sie sind nun in deiner Macht, haben aber schon vondeinen Speisen gegessen und von deinem Weine getrunken; ich bitte dich daher, schenkeihnen ihr früheres Glück wieder."
Der Chalif sagte: „Du hast Recht, ich habe geurtheilt und darf von meinem Spruchenicht abgehen." Dann sagte er zu Na am: „Ist dieser Mann dein Herr-?" Sie
antwortete: „Ja, o Fürst der Gläubigen." Er fragte dann Naama: „Wie so hastdu ihren Aufenthalt erfahren, und wer hat dir diesen Ort beschrieben?" Er antwortete:„Fürst der Gläubigen, höre meine Worte: ich schwöre bei deinen Vätern und Ahne»,daß ich dir nichts verheimliche." Er erzählte ihm dann die ganze Geschichte, was derArzt für ihn gethan, wie ihn die Alte in's Schloß gebracht und er das rechte Zimmerverfehlt habe. Nachdem der Chalif seine Geschichte «»gehört hatte, ließ er den Perserrufen, ernannte ihn zum Schloßintendanten, schenkte ihm ein Ehrenkleid und eine hübscheSklavin; „denn," sagte er, „wer so zu rathen weiß, muß bei uns bleiben." Er zeigtesich auch sehr großmüthig gegen Naama und die Alte, behielt sie sieben Tage L»Freude und Festlichkeiten bei sich, dann ließ er sie nach Kufa reisen zu Naama'sEltern, wo sie höchst glücklich beisammen leblen, bis der Zerstörer aller Vereinigungenund Freuden sie heimsuchtc.
Schehersad begann nun mit folgenden Worten eine neue Erzählung:
Geschichte Ali Eddin Abu Schamats.
Man erzählt ferner, o König der Zeit: Es war einmal in Kahira ein sehrvornehmer und redlicher Kaufmann, der viele Diener und Sklaven und Sklavinnenhatte und ein großes Haus ausmachte, denn er war der Oberaufseher aller Kaufleuteder Stadt und Gott hatte ihn mit sehr vielen Reichthümern beschenkt. DieserKaufmann hatte eine Gattin, die er liebte und von der er wieder geliebt wurde;er lebte aber schon vierzig Jahre lang mit ihr, ohne ein Kind zu bekommen.Eines Tages, es war am Freitag, als er in seinem Laden saß und sah, wie dieKauflcute mit ihren Söhnen kamen, die ihnen den Laden öffneten, fühlte er sich sehrunglücklich; bald darauf ging er in's Bad, um die Freitagsreinigung vorzunehmen;da sah er sein Gesicht im Spiegel, und als er mehr weiße Haare als schwarze inseinem Barte fand, ward er dadurch an den Tod erinnert und rief tiefseufzend ans: