Vierhundert
UN-
drei und sechzigste Nncht.
Als Naama diesen Brief gelesen batte, brach er in ein lautes Schluchzen aus.Da fragte die Alte: „Warum weinst du? Gott lasse deine Augen nie Thränen vergießen!"Der Perser sagte: „Warum soll mein Sohn nicht weinen? er ist der Herr dieser Sklavin,er ist Naama, der Sohn Rabia's auöKufa, und nur durch ihn ist sie wieder gesundgeworden. Drum, meine Herrin, nimm du die tausend Dinare für dich, du sollst nochviel mehr haben, und blicke uns mit einem Auge des Erbarmens an. Wir erwartennur von dir ein glückliches Ende in dieser schwierigen Sache." Als Naama ihr hieraufseine ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende erzählte, versprach sie ihm, Alles zuseiner Vereinigung mit Naam aufzubietcu. Sie ging dann wieder zu Naam zurück,sah sie lächelnd an und sagte ihr: „Du hast Recht, über deinen Herrn zu weinen und
krank zu werden; nun ist das Gcheimniß aufgcdeckt; aber ich werde auf Kosten meinesLebens euch wieder vereinigen." Sie nahm dann ein Kästchen unter den Arm undging wieder zu Naama und sagte ihm: „Die Sehnsucht deiner Sklavin nach dir istnoch heftiger, als die deinige nach ihr. Wenn du ein muthiges Herz hast, so sollst dubald zu ihr gelangen. Ich habe eine List ersonnen, wie ich dich in's Schloß bringe,denn sie kann nicht ausgehen. Scheuest du keine Gefahr, so laß uns allein in ein