Vierhundert und dreiu»dseehzij,ste Nacht. ^ ^
Zimmer gehen. Naama ging mit ihr in ein Zimmer hinter dem Laden: hier mußteer Turban und Kaftan ablegcn; sie frisirte seine Haare, setzte ihm eine Sternbindcauf, zog ihm ein seidenes Kleid an und was sonst Frauen noch tragen; dann betrachtetesie ihn in dieser Verkleidung und sagte: „Gepriesen sey Gott, der beste aller Schöpfer;hei Allah! du bist schöner als deine Sklavin." Sie sagte ihm dann: „Geh einmalwie Frauenzimmer, setze den linken Fuß voran, ziehe den rechten langsam nach undbewege deinen Körper ein wenig." Als Naama gehörig unterrichtet war, sagte sicihm: „Ich werde morgen früh kommen und, so Gott will, dich in's Schloß führen, duwirst eine Menge Gefolge und Diener sehen, verliere nur die Fassung nicht, schüttlemit dem Kopfe, sprich kein Wort, ich will schon für dich antworten."
Am folgenden Morgen holte ihn die Alte ab und führte ihn in's Schloß. Als derPförtner ihn am Hauptthor anhiclt, sagte sie: „Verruchter Sklave, was berührst du sie?Es ist Naams Sklavin, die der Chalif sehen will." Sie führte ihn dann bis zur Thüre,welche in's Innere des Schlosses führt, und sagte ihm: „Jetzt, Naama, stärke dein Herzund sey muthig! geh zur sechsten Thüre hinein, fürchte nichts, cs ist die rechte; man wirdviel um dich herum im Saale reden, halte dich nirgends auf und sprich kein Wort." Alsaber Naama weiter gehen wollte, hielt ihn eine Wache an und fragte die Alte: „Wasist das für ein Mädchen?" Die Alte antwortete: „Es ist eine Sklavin, die unsre Herrinkaufen will." Der Diener versetzte aber: „Es darf Niemand herein ohne Erlaubnis; desChalifen, geh nur mit ihr zurück." Da erwiderte die Alte: „Nimm deinen Verstand inden Kopf, alter Graukopf! Wisse, daß der Chalif mit ganzem Herzen anNaam bängt,die nun wieder hergcstcllt ist, versage dieser Sklavin den Eingang nicht, damit Na amnicht böse werde, denn, bei Gott, wenn sie dir zürnt, so steht es in ihrer Macht,dir den Kopf abschneiden zu lassen. Geh nur, Sklavin!" sagte sie dann zu Naama,„höre ihn nicht an und sage Na am nicht, daß der Hüter dich nicht hat hcreinlassenwollen." Naama ging in's Schloß, aber statt zur Rechten cinzuschlagen, wendete ersich links, und statt zur sechsten Thüre hineinzugehen, öffnete er die siebente Thüre.Da kam er in ein Gemach, dessen Boden mit seidenen Teppichen belegt war unddessen Wände seidene goldgestickte Vorhänge verzierten. Es war mit Aloe"-, Ambra-und Moschusduft angefüllt. Während Naama, in Gedanken vertieft, sich aufdem Divan niederlicß, trat die Schwester des Chalifen mit einer Sklavin zu ihmherein und fragte ihn erstaunt: „Wer bist du und was führt dich hierher?" AlsNaama verstummte, fuhr sie fort: „Bist du eine von des Chalifen Sklavinnen undzürnte er dir, so will ich dir seine Huld wieder verschaffen." Als Naama noch immer