Vierhundert und zivciundsechzigste Vachb. ^ ^
Gott, es gibt in Damaskus keinen besseren Arzt, als er, auch keinen schöneren Mann,als sein Sohn, und keinen hübscheren Laden, als der seinige." Na am griff nach denArzneien, und als sie den Namen ihres Herrn daraus geschrieben sah, wurde sic blaß
und dachte: Gewiß hat der Eigenthiimer des Ladens von mir gehört. Sie sagte dannzur Alten: „Schildere mir einmal den Sohn des Arztes." — „Er heißt Naama,"sagte die Alte,, „hat ein Mahl auf seinen rechten Augenbrauen, ist vollkommen schönund sehr vornehm gekleidet." Naam nahm dann die Arzneimittel ein, indem sie
lächelnd sagte: „Das ist eine gesegnete Arznei," und war sehr munter und fröhlichgestimmt. Bald darauf forderte sie zu essen und zu trinken, und die Alte ließ ihr vonden Sklavinnen die besten Speisen reichen. In diesem Augenblicke trat der Chalifherein und freute sich sehr, Naam aufrecht sitzend beim Essen zu finden. Die Altewünschte ihm Glück zur Genesung Naams und sagte ihm, daß sie dies einem sehr-erfahrnen fremden Arzte verdanke. Der Chalif gab ihr lausend Dinare für ihn undverließ Naam wieder, und die Alte ging in den Laden des Persers, überreichte ihm
die tausend Dinare und ein Briefchen, welches Naam in Eile geschrieben hatte. Der
Perser gab den Brief Naama; dieser öffnete ihn und fand folgende Zeilen darin:
„Von der ihres Glücks beraubten, von ihrem Sterne betrogenen und vondem Geliebten ihres Herzens getrennten Sklavin. Dein Brief ist mir zugckommen,und ich antworte darauf: Mögen die Finger, die ihn geschrieben, immerfortvon den besten Wohlgerüchcn duften, denn mir war bei dessen Empfang wie derMutter Moses, als ihr Sohn ihr zurückgebracht wurde, oder wie Jakob, alser Josephs Gewand wiedcrfand."
Schehersad bemerkte den Tag und schwieg. In der nächsten Nacht fuhr siealso fort:
Tausend und eine Nacht, n.
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