Vicrl,lindert und zwcimidscchzi.gke Rocht.
Der Perser ergriff Naama's Hand und sah ihm in's Gesicht, lachte und sagte zu seinemVater: „Dein Sohn ist nur herzcnSkrank." Er erwiderte: „Du hast Recht," und erzählteibm die ganze Geschichte. Da sagte der Perser: „Diese Sklavin ist in Baßra oderDamaskus, und dein Sohn wird nicht genesen, bis er wieder mit ihr vereint wird."- „Wenn du sie vereinen kannst," sagte Rabia, „so sollst du dein ganzes Leben inNcichthum und Glück zubringen." Der Perser versehe: „Die Sache ist nicht so unmöglich."Er wendete sich dann zu Naama und sagte: „Fürchte nichts, fasse nur Math, cs solldir geholfen werden." Hierauf sagte er zu Rabia: „Gib viertausend Dinare her! deinSohn soll mit mir nach Damaskus reisen, und bei Gott, ich kehre nicht ebne dieSklavin zurück." Er wendete sich dann wieder zu Naama und sagte ihm: „Setze dichaufrecht, im Vertrauen zu dem erhabenen Gotte, der dir deine Sklavin wieder geben wird;wir reisen noch heute ab, iß und trink' und scy munter, um Kraft zur Reise zu gewinnen."Der Perser fing dann an, für das Nöthigc zur Reise zu sorgen, und seine Ausgabenbeliefen sich auf zehntausend Dinare, die ihm Naama's Vater auch noch gab. Er ließdann Pferde und Kameele kommen; Naama nahm von seinen Eltern Abschied, und
sie reisten^ zusammen nach Haleb (Aleppo) und von da nach Damaskus. Nach drei
Tagen micthete der Perser einen Laden und stattete ihn mit kostbaren chinesischen Gefäßen,mit vergoldeten Schüsseln und krystallenen Flaschen aus, die allerlei Pulver, Salbenund Getränke enthielten, stellte einen Stuhl mit einem Astrolabium in den Laden undkleidete sich als Arzt. Er zog dann Naama ein feines leinenes Hemd, zierliche
Beinkleider und einen seidenen Schurz an und sagte ihm: „Nenne mich von nun an
nicht anders als Vater, und ich nenne dich Sohn." Alle Bewohner Damaskus'versammelten sich bald um des Arztes Laden, die Einen, um Naama und die kostbarenGeräthschaftcn zu sehen, und die Andern, um dem Perser ihre Krankheiten zu klagen undArzneimittel zu kaufen, und da er eines Jeden Krankheit erkannte, ward er auch baldln die vornehmsten Häuser der Stadt gerufen.
Eines Tages saß er in seinem Laden, da kam ein altes Weib auf einem Esel
mit einem silbernen Sattel, hielt den Esel vor dem Laden an und winkte dem
Arzte, er möge ihr die Hand zum Absteigen reichen. Der Perser reichte ihr die
Hand, sie stieg vom Esel ab und sagte: „Bist du der persische Arzt, der von
Irak kömmt?" — „Ja, der bin ich." — „Ich habe eine Tochter, für die ich eineArznei haben möchte." — „Wie heißt deine Tochter? ich will ihren Stern beobachtenund sehen, zu welcher Zeit die Arznei sie am besten heilt." — „Meine Tochter heißtAaa m."