742 Vierhundert und zwei»ndlechzigstr Nacht.
sich dieser, als er nach Hause kam, auf sein Bett gesetzt und Na am gerufen. Alssie nicht antwortete, stand er auf und rief seine Leute, aber Niemand kam, den» alle lSklavinnen hatten sich aus Furcht verborgen. Er ging dann zu seiner Mutter, welcheruhig in ihrem Zimmer saß, und fragte sie: „Wo ist Na am?" Sie antwortete:!
„Mein Sohn, sie ist bei Jemanden, wo sie sicherer ist, als bei mir; sie ist mit derfrommen Alten gegangen, um die Derwische zu besuchen: sie wird bald wiederkehren."Naama sagte: „Pflegte sie je so etwas zu thun? Wann ist sie ausgegangen?" -„Diesen Morgen." — „Wie konntest du ihr dies erlauben?" — „Mein Sohn, sie hat cs sogewollt." Da rief Naama: „Es gibt keinen Schutz und keine Macht, außer bei
Gott, dem Erhabenen." Er ging dann zum Polizeiobersten und sagte ihm: „Du hastmir durch List meine Sklavin aus meinem Hause entführen lassen, ich gehe und beklagemich beim Fürsten der Gläubigen." Da fragte der Polizeioberste: „Wer hat sie
genommen?" Naama antwortete: „Eine alte Frau, die ein wollenes Kleid und einenRosenkranz trägt." — „Führe mich zur Alten und ich schaffe dir deine Sklavin wieder."— „Aber ich kenne die Alte nicht." — „Und wie soll ich das Verborgene kennen, dasnur vor Gott offen liegt?" So sprach der Polizeioberste, der wohl wußte, daßHadjadjs Haushälterin die Sklavin entführt hatte. Da sagte Naama: „Ich
fvrdre meine Sklavin von dir, und Hadjadj soll zwischen uns richten."
Er ging sogleich in's Schloß zu Hadjadj, denn sein Vater war einer derAngesehensten in Kufa, und als Hadjadj ihn fragte, was er wolle, erzählte erihm seine Geschichte. Hadjadj ließ den Polizeioberstcn kommen und sagte ihm: „Ichfordre von dir Naama's Sklavin; setze dich zu Pferd und frage der Sklavin auf allenWegen nach."
Hadjadj wendete sich dann zu Naama und sagte ihm: „Wenn du deine Sklavinnicht wicderfindest, so schenke ich dir zehn Sklavinnen aus meinem Schlosse und zehnaus dem Hause des Polizeiobcrsten; geh jetzt und sticke die Sklavin ans." Naamaging bestürzt weg, verzweifelte am Leben und brachte die ganze Nacht weinend aufder Straße zu. Am folgenden Morgen kam sein Vater zu ihm und sagte ihm:„Hadjadj hat sich durch List deiner Sklavin bemächtigt, es kann dir schwerlich mehrgeholfen werden." Dies vermehrte noch Naama's Gram; er wußte nicht mehr, waser sagte, erkannte Niemanden mehr und ward so krank, daß sein Vater an seinemLeben verzweifelte, denn die Aerzle erklärten: „Es gäbe für ihn kein anderes Mittel,als seine Sklavin." Eines Tages hörte Nabia von einem persischen Wundarzte undSterndeuter sprechen, er ließ ihn rufen und bat ihn, seinen Sohn zu untersuchen.