Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
739
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Vierhundert und ei»u»i>sechzi,,str Vucht.

laß diese Alte bei mir, denn mir gefällt ihre Frömmigkeit."Nun," erwiderteNaama,so räume ihr ein Gemach ein, in dem sie Niemand stört, vielleicht wirdns Gott durch sie segnen und uns nie trennen." Am folgenden Tage ging die Alte,welche die Nacht laut betend zugcbracht batte, zu Na am und Naama, wünschte ihnenguten Morgen und sagte:Ich empfehle euch Gott." Da sagte ihr Na am:Wowillst du hin? mein Mann hat gesagt, ich soll dir ein Zimmer cinräumcn, wo du alleinbeten kannst/-Gott erhalte ihn," rief die Alte,und bewahre euch auf immerseine Huld! Gebt nur euerm Pförtner Befehl, daß er mir nie den Eingang versperre;so Gott will, werde ich nun andere gesegnete Häuser besuchen und überall für euch beten."Als sic das Haus darauf verließ, fiel Naam ihre Trennung sehr schwer, und sie wußtenicht, wie ihr geworden. Die Alte aber begab sich wieder zu Hadjadj, und als dieser

sie fragte, wie cs gehe, antwortete sie:Ich habe die Sklavin gesehen, kein Weib hat

je so eine Schönheit geboren." Hadjadj sagte:Bringst du die Sache zu Stande,so sollst du reichlich dafür belohnt werden." Die Alte erbat sich nur eine Frist voneinem Monate.

Die Alte besuchte dann oft Naama's Haus, in welchem man sie immer mehrverehrte und wo sie zu jeder Stunde allen Hausleuten willkommen war. Eines Tages,als sie allein mit Naam war, sagte sie ihr:O meine Herrin! zwar bete ich fürdich an jeder heiligen Stätte; es wäre mir aber lieb, wenn du mich einmal zu denScheichs und frommen Frauen begleiten wolltest, daß auch sie um die Erfüllung deinerWünsche den Himmel anflchen." Naam sagte:Bei Gott! ich wünsche sehr, einmalmit dir zu gehen." Sie begab sich hierauf zu ihrer Schwiegermutter und bat sie, sie

möchte bei Naama die Erlaubniß erwirken, mit der Alten auszugchen, um auf den

heiligen Stätten mit den Derwischen zu beten. Naama's Mutter sagte:Bei Gott!ich möchte auch mitgchen, doch fürchte ich, mein Sohn wird cs schwerlich gestatten." Amfolgenden Tage, als Naama nicht zu Hause war, kam die Alte wieder und sagte zuNaam:Komm' jetzt zu den Derwischen, die dich schon erwarten, du kannst wiederz» Hause seyn, ehe dein Herr zurückkömmt." Naama's Mutter, welche fürchtete, ihrSohn möchte es erfahren, wollte sich wjdcrsetzcu; aber die Alte sagte:Bei Gott! ichlasse sic nicht zurück; sie mache sich nur ungesäumt auf, wir sind bald wieder hier."So überlistete sie die Alte und führte Naam in Hadjadjs Schloß, sperrte sie inei» Gemach und benachrichtigte Hadjadj von ihrer Ankunft. Als Hadjadj sie sah,fand er, daß er noch nie ein schöneres Weib gesehen, denn erst zu spät bedeckte sieihr Gesicht mit einem Schleier. Hadjadj verließ sie keinen Augenblick, ließ sogleich