Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
734
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Vierhundert und sechzigste Nacht.

meine Untcrthancn, aber auf einmal suchte mich und mein Volk der Tod heim.

Es vergingen nämlich viele Jahre, und kein Tropfe» Regen fiel vom Himmel,und nichts Grünes wuchs aus der Erde. Nachdem wir unfern Vorrath verzehrthatten, suchten wir uns Nahrung aus andern Ländern zu verschaffen; aber dieLeute, welche ausgegangcn waren, um Lebensmittel zu holen, sagten, wennsie sie mit Perlen ausgewogen und aufgcmesscn hätten, so wäre cs ihnen auchnicht möglich gewesen, Etwas hcrbcizuschaffcn. Als uns nun keine Hoffnungmehr blieb, ergaben wir uns der Bestimmung und schlosse» die Thorc derStadt. Wer nun hcrkömmt, der nehme von diesen Gütern so viel er will,nur lasse er mir, was ich au meinem Körper an Kostbarkeiten trage."

Musa weinte heftig und sagte seinen Freunden:Schafft Kameele herbei undbeladet sie mit allen diesen Gütern!" Da sagte der Vizicr:Sollen wir wirklich dasSchönste, was dieses Mädchen besitzt, znrücklassen? Wir wollen es lieber dem Fürsten derGläubigen bringen." Musa antwortete:Hast du das Verbot auf der Tafel nichtgelesen?" Der Vizier erwiderte:Und darum sollen wir diese kostbaren Perlen undEdelsteine hier lassen? Dieses Mädchen ist doch todt, was thut sie mit diesem irdischenSchmucke? Lieber nehme ich ihn und bringe ihn dem Fürsten der Gläubigen." Mitdiesen Worten stieg er zu ihr hinaus; als er aber zwischen den beiden Statuen stand,schlug ihm die mit dem Schwerte den Kopf ab und die mit der Lanze spaltete ihm denRücken. Da sagte Musa:Gott habe kein Mitleid mit deiner Seele! warum warstdu so habgierig?" Nachdem hierauf Musa's Leute ihre Kameele mit Gold undEdelsteinen und andern Kostbarkeiten beladen hatten, verließen sic die Stadt und reistenam Ufer des Meeres einen ganzen Monat lang, bis sie an einen hohen Berg kamen,in welchem viele Höhlen ausgegrabcn waren. Auf dem Berge standen viele schwarzeMenschen in Häute gekleidet, die kein Wort sprachen. Als sie Musa's Truppensahen, flüchteten sic sich in ihre Höhlen mit ihren Frauen und Kindern und sahenschüchtern zu Musa und seinen Leuten herauf.

Musa stieg vor dem Berge ab, und kaum hatte er sich in sein Zelt begeben, dakam der König der Schwarzen und grüßte ihn und seine Leute und fragte sie:Werscpd ihr? was wollt ihr? was hat euch hierher geführt?" Musa antwortete:DerFürst der Gläubigen, Abdul Malik, der Sohn Merwans, hat von unserm HerrnSalomo», dem Sohne Davids (Friede ftp mit ihm!), gehört, und von dem großenReiche, das ihm der erhabene Gott geschenkt; auch hat er vernommen, wie Salomenüber Genien, Thicre und Vögel regierte und die Widerspenstigen in kupferne Flaschenentsperrte, die er versiegelt in den Abgrund des Meeres warf, dessen Wellen die Ufer