Vierhundert und sechzigste Uacht.
und Bäche, die Ln der Stadt waren, und erstaunten über die vielen Leichen, die in deiw
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Straßen umherlagen. Auf dem Markte der Geldwechsler fanden sie allerlei Gerätschaften:Waagen, Gold und Juwelen, die Niemand bewachte und Niemand wegnahm, nurLeichen lagen dabei, die zum Thcil schon in Verwesung iibergegangcn waren und nurnoch die Knochen übrig hatten. Sie kamen dann auf den Markt der Specereihändlcr,und sahen die Läden voll von dem feinsten Moschuo, Ambra, Aloe und Kampher, inGefäßen von Elfenbein, Ebenholz, spanischem Messing und andern kostbaren Metallen,ganz offen da stehen. Hieraus gelangten sie an das königliche Schloß, das ganzunbewacht war; hier hingen Schwerter mit Gold verziert, und daneben lagen tobteMänner und Jünglinge, Schlcßhütcr und Adjutanten, deren Haut schon wie geräuchertesFleisch aussah. Musa blieb erstaunt vor ihnen stehen nnd betete zu Gott. Auf demoffenen Thore des Schlosses war mit goldenen Buchstaben geschrieben:
„Scp aufmerksam, o Mensch, auf das, was du hier siehst, und bedenkedein Ende, che du vergehst; betrachte diese Leute, die plötzlich verschieden undnun für all ihr Bemühen im Staube liegen. Schicke dir einen reichen Vorratha» heilbringenden Thatc» voraus, denn alle Bewohner dieser Erde müssen sieeinst verlassen. Diese Männer thronten einst auf dem Gipfel des Ruhms, unddoch mußten sic in die Tiefe des Grabes steigen; Wehe einem solchen Sturz!
Die Krone ist nun von ihrem Haupte gefallen, die Rose auf ihren Wangenverbliche» nnd, nachdem sie die besten Leckerbissen verzehrt, werden sie nun selbstein Raub der Würmer."
Nachdem Musa diese Verse abgeschricbcn hatte, ging er in's Innere des Schlosses,da fand er vierzig einander gegenüber liegende sehr hohe Säle, voll mit Gold, Silber,Perlen und Edelsteinen. Im vordersten Saale war ein Thron von Elfenbein undRubinen, mit dem reinsten Golde belegt, darüber erhob sich eine goldene Säule, aufderen Spitze ein Vogel stand mit einer Perle im Schnabel, welche wie ein Sternleuchtete. Auf dem Throne saß ein Mädchen, so schön wie die leuchtende Sonne, siehatte eine Perlenschnur am Halse, mit Moschus und Ambra ausgestopft, die das Reicheines Kaisers wcrth war. Dieses Mädchen sah Musa mit Gazellcnaugcn an, undsowohl ihr Blick, als der Glanz ihres Angesichts und die Schwärze ihrer Haare machtenden tiefsten Eindruck auf ihn. Als er sie aber grüßte, und sie seinen Gruß nichterwiderte, sagte der Alte: „Dieses Mädchen ist todt; ihre Augen sind hcrausgenommenund Quecksilber an ihre Stelle gegossen worden, so daß, so oft sie eine Luft anweht,man glaubt, sie bewegen sich." Musa's Auge fiel dann auf zwei Statuen, welche vor