Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
729
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Vierhundert und »euillindfünfziriste Nacht. ^0

Als Musa diese Verse gelesen und abgcschrieben hatte, rief er:Es gibt keinenGott außer Gott!" Er näherte sich dann der siebenten Tafel, worauf geschrieben war:

»Gepriesen scy der, welcher über alle seine Geschöpfe den Tod verhängt,der selbst aber ewig lebt und niemals stirbt. O Mcnschcnsohn! laß dich vondeinen vergnügten Tagen, Stunden und Augenblicken nicht irre leiten! Wisse,daß der Tod dir immer näher rückt und gleichsam ans deinen Schultern sitzt,jeden Augenblick bereit, dich zu überfallen. Schon ist mir, als sähe ich dichdeines süßen nnd angenehmen Lebens beraubt; drum horche auf meine Rede undvertraue nur dem höchsten Herrn! Wo ist der Gründer und Erbauer der StadtAmad? Wo ist der, welchem die Stadt Farikcin ihr Dascpn verdankt^ ' Nachaller ihrer Herrlichkeit sind sic in's Grab gestiegen, »nd so werdet auch ihr einstvergehen, denn nur der erhabene, barmherzige Gott allein bleibt ewig."

Der Erzähler fährt fort: Der Emir Musa stieg dann wieder vom Berge berab

»nd sagte, dem Führer und den andern Leuten, die ihn umgaben:Wie fangen wircs an, um in diese Stadt zu kommen, ihre Wunder zu sehen und ibre Schätze zunehmen?" Der Führer antwortete:O Fürst! wenn du in die Stadt willst, so müssenwir eine lange Leiter machen, um über die Mauer zu steigen, vielleicht können wir dann,so Gott will, die Thore öffnen." Musa befahl sogleich seinen Leuten, Holz zu schneiden,»nd sie arbeiteten fünf Tage lang an einer langen Leiter, die bis zur Mauer hinausrcichtc.Da sagte Musa:Gottes Segen scy mit euch! wer von euch will über die Mauersteigen und uns die Thore öffnen?" Einer von ihnen antwortete:Ich will hinaufstcigenund euch öffnen." Als er ganz droben war und einen Blick in die Stadt warf, schrieer mit lauter Stimme:Bei Gott, schön!" dann schlug er die Hände zusammen und

sprang hinunter, brach den Hals und starb sogleich. Musa rief erschrocken:Bei

Gott! der Mann ist todt." Hierauf erhob sich ein Anderer und sagte:O Fürst! derMann war gewiß rasend und darum ist er umgckommcn; ich will auf die Mauer steigenund euch die Thore öffnen." Musa erwiderte:Thue das, Gott segne dich! doch hütedich, so davon zu fliegen, wie dein Gefährte." Der Man» stieg auf die Mauer, undals er droben war, lachte er laut und rief:Schön! schön!" dann schlug er die Händezusammen, sprang die Mauer hinab und fiel todt hin. Da rief Musa:Es gibtkeinen Schutz und keine Macht, außer bei Gott, dem Erhabenen! Dies geschah nun demVerständigen und Einsichtsvollen; fahren wir so fort, so gehen wir Alle zu Grund, ohnedaß der Wunsch des Fürsten der Gläubigen erfüllt wird; was mögen wohl diese Männer

' Beide Städte lagen in der Provinz Diarbckr.

lausend »nd eine Nacht, n.

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