/10 Virrhiindrrt und fiiiifnndsü'nfzigstc Nacht.
aus deinen Schätzen vertrieb, beneideten sie mich und wünschten meinen Tod." — „Darumscp auch jetzt ihre Strafe nabe," sagte der König; „denn ihr Verbrechen ist zu groß;um dich zu zcrnichtcns scheuten sie sich nicht, meine Ehre bei allen Königen zu schänden."Er wandte sich dann zu den Viziercn und sagte ihnen: „Wehe euch! womit könnt ihreuch entschuldigen?" Da erwiderten sie: „O König! es bleibt uns keine Entschuldigung.Wir waren dem Jungen nicht gut und wollten sein Unglück, aber cs traf uns selbst;wir gruben ihm eine Grube und fielen selbst hinein." Hierauf erthcilte der König denBefehl, sic zu hängen: „denn," sagteer, „Gott ist gerecht und sein Urthcil ist wahr." DerKönig lebte dann mit seiner Gattin und seinem Sohne in Lust und Freude, bis derZerstörer aller Erdenfrcuden auch sie erreichte. Gepriesen scy Allah, der allein Unsterbliche,dem allein Ruhm gebührt, und sein Erbarmen sey mit uns! Amen.
Nach einer kleinen Pause begann Schehersad die
Geschichte der kupfernen Stadt.
Als der Fürst der Gläubigen Abdulmalik, der Sohn Marwans, eines Tagsvon den Großen des Reichs umgeben war, kam die Rede auf Geschichten alter Völkerund ihre mächtigen Kaiser; da sagte einer der Anwesenden: „Keinem Sterblichen ward jeso viel verliehen als Salomon, dem Sohne Davids; denn er gebot über Menschen undGenien, über Vögel und vierfüßige Thiere. Gott befahl sogar dem Winde, ihm seinenTeppich einen Monat lang umhcrzutragcn, auch gab ihm Gott einen Siegelring, mitwelchem er Eisen, Blei, Stein und Kupfer versiegeln konnte." Da sagte Abdulmalik:„Es ist wahr, zürnte er gegen Genien, so sperrte er sie in kupferne Büchsen ein, siegeltesie mit seinem Ringe zu und warf sic in's Meer." Hierauf erhob sich Taleb, einberühmter Schwarzkünstler und angesehener Mann, der Bücher hatte, die ihn Schätzeaus der Erde zu ziehen lehrten, und sprach: „O Fürst der Gläubigen! Gott erhaltedein Reich und erhebe deinen Rang in beiden Welten! Mein Vater erzählte mir,einst habe mein Großvater sich eingeschifft, um nach einer griechischen Insel zu fahren;da gefiel cs Gott, einen Sturmwind hcrbeizuführen, der das Schiff vom Wege ablenktcund cs erst nach einem Monate an einen hohen Berg trieb, den Niemand kannte.Die Schifflcute wußten gar nicht, wo sie waren, und fanden am Ufer Leute vonwunderbarer Gestalt, die sie nicht verstanden. Nur der König dieses Landes verstandArabisch. Dieser kam an's Ufer, begrüßte sic und sagte: „Ihr habt euch gewiß verirrt,