Vierhundert und zweiundsiinfzigfte Vncht.
Nachdem sie in dieser Grube zwei Tage und zwei Nächte in der gräßlichsten Hungcrsqualzugebracht hatten, traf sich nach der Bestimmung und der Allmacht Gottes, daß derKaiser mit seinen Leuten auf der Jagd ein Thier verfolgte, das vor dieser Grubeniedersank. Als ein Jäger an der Oeffnung der Grube abstieg, um cs zu schlachten,da hörte er ein leises Seufzen aus der Grube herauf; er blieb stehen bis die ganzeJagdpartie beisammen war, und sagte es dem Kaiser. Dieser ließ einen Dienerhinabsteigen, der Malik Schah und den alten Diener, Beide ohnmächtig, heraufbrachte.Man löste ihre Fesseln und goß ihnen Wein in den Hals, bis sie wieder zu sich kamen.Als der Kaiser den Diener seiner Gattin erkannte, fragte er ihn erstaunt: »Was ist-dir geschehen und wie kommst du hierher?" Der Diener antwortete: „Ich ging undholte das Geld meiner Herrin, auf einmal wurde ich mit diesem Jungen, der michbegleitete, von Räubern überfallen, die uns das Geld Wegnahmen und uns in dieGrube warfen, wo wir, wie viele Andre vor uns, sterben sollten; da schickte dich dererhabene Gott aus Erbarmen zu uns hierher."
Bei diesen Worte» bemerkte Schehersad den Tag und schwieg, um in derfolgenden Nacht also fortzufahren: