Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
697
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Vierhundert und zweiundsüiifzigste Vacht.

I weiß, als du." Sie ging sogleich zum Kaiser und sagte ihm, was sie beschlossen hatte,

I und der Kaiser erlaubte dem Diener, abzureisen. Dieser verkleidete sich als Kaufmann

§ und ging in die Stadt, wo Bahlawan residirte, um Malik Schah nachzuspiircn;

dort sagte man ihm, der Prinz scy eingcsperrt gewesen, dann habe ihn sein Onkel an^ die Grenze geschickt, wo er umgebracht wurde. Als der Diener dies hörte, erschrack

er sehr und wußte nicht, was er thun sollte. Eines Tages erkannte einer der

Reiter, welche Malik Schah begegnet waren, den Diener in Kaufmaunstracht undt- fragte ihn nach der Ursache seiner Anwesenheit. Der Diener antwortete:Ich

bin gekommen, um Maaren zu verkaufen." Da sagte der Reiter:Ich will dir einGeheimniß offenbaren, das du deiner Herrin mittheilcn kannst. Wisse, daß ich miteinigen Freunden dem jungen Malik Schah in der Nähe der Stadt begegnet bin;wir haben ihm Lebensmittel, Geld und Kleider gegeben und ihn nach Griechenland in» die Nähe seiner Mutter geschickt, weil wir fürchteten, sein Onkel möchte ihn umbringenlassen." Als der Diener dies hörte, ward er ganz blaß und rief:Gnade!" Der Reitersagte:Du hast von mir nichts zu fürchten, und wärest du auch gekommen, den Prinzenzu suchen." Der Diener gestand hierauf, daß Schah Cbatun ihn geschickt, um sichnach ihrem Sohne zu erkundigen. Da sagte der Reiter:Gehe ruhig fort, du findest

ihn an der Grenze Griechenlands." Der Diener dankte ihm und trat wieder den

Rückweg an, um Malik Schah aufzusuchen, und der Reiter begleitete ihn bis an dieStelle, wo er Malik Schah verlassen batte. Diesen Weg verfolgte der Diener; erfragte überall nach dem Jungen und beschrieb ihn nach der Schilderung des Reiters, biser endlich in das Städtchen kam, wo Malik Schah sich aufhielt.

Der Diener fragte auch hier nach dem Jungen, aber Niemand konnte ihm Auskunftgeben; nun wußte er nicht, was er thun sollte; schon wollte er wieder abrcisen undhatte bereits sein Pferd bestiegen, als er Vieh mit einem Stricke angebunden sah und1 einen Jüngling, der mit dem Stricke in der Hand daneben schlief. Da blieb er stehenj und dachte: Wenn der Prinz, den ich suche, schon so groß wie dieser Bursche geworden

ist, der hier schläft, wie soll ich ihn erkennen? O welche Qual, eine» Menschen aufzusuchen,den ich, wenn er auch vor mir stünde, nicht kennen würde. Er stieg dann vom Pferde

ab und ging auf den Schlafenden zu, setzte sich neben ihn, betrachtete ihn und dachte:

Wer weiß ob nicht dieser Jüngling Malik Schah ist. Er hustete dann und rief:»Bursche!" Der Prinz erwachte und setzte sich aufrecht. Da fragte ihn der Diener:»Wer ist dein Vater in diesem Städtchen und wo wohnst du?" Der Junge antworteteverlegen:Ich bin ein Fremder." Da fragte der Diener:Wo bist du her? wer

Tausend und eine Nacht. II.

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