Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
674
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Vnrhnndcrt und srchsiiiidvicrzigste Nacht.

Gesandten geschickt." Sie entließ Abu Tamam und meldete es ihrem Vater. Dieserließ Abu Tamam wieder zu sich rufen und sagte ihm:Warum hast du meine Tochternicht angesehen, da du doch nur um ihretwillen gekommen bist?" Er antwortete:Ichhabe sie zur Genüge gesehen." Der König fragte dann wieder:Warum hast du nichtsvon den Edelsteinen und andern Kostbarkeiten genommen, die du gesehen?" Erantwortete:Es ziemt mir nicht, nach Dinge» zu greifen, die nicht mir gehören." Alsder König dies hörte, gewann er ihn sehr lieb, schenkte ihm ein kostbares Kleid undsagte ihm:Komm und sich einmal in diesen Brunnen." Abu Tamam sah einenBrunnen ganz voll mit Menschenköpfen. Da sagte ihm der König:Das sind dieKöpfe der Gesandten, die ich, weil sie keine Bildung besaßen, umbringen ließ; ichdachte, wenn der Gesandte so ungebildet ist, so muß der, welcher ihn sendet, nochungebildeter scyn, und den mag ich nicht als Schwiegersohn. Du aber hast durch deineBescheidenheit unser Herz gewonnen, darum soll auch dein Herr meine Tochter haben.

Abu Tamam erhielt vom König der Türken- viele Geschenke und ein Schreibenan Schah Jlan, welches die Zusage der Hand der Prinzessin enthielt, womit er sichdann wieder auf den Weg machte. Schah Jlan war außer sich vor Freude, alsAb» Tamam zurückkehrte und ihm die Geschenke und den Brief des Königs derTürken überreichte, denen er bald seine schöne Prinzessin Nachfolgen ließ. Diese fandJlan Schah über alle Erwartung reizend, und da er sie allein der GewandtheitAbu Tamams zu verdanken hatte, so achtete und liebte er ihn noch mehr als früher.Dies Vermehrte aber den Neid und den Zorn der Viziere, die unter einander sagten:Wenn wir nicht eine andere List gegen Abu Tamam ersinnen, so sterben wir vorAerger. Nach einer langen Berathung gingen sie zu zwei Jungen, die immer um denKönig waren und während seines Schlafes ihm zu Häupten standen, schenktenjedem von ihnen tausend Dinare und sagten:Nehmet dieses Geld für euch und leistetuns einen Dienst dafür." Die Jungen fragten: ,/Was ist euer Begehren?"Dieser Abu Tamam," antworteten die Viziere,hat uns von uuserm Amteverdrängt, und geht das noch lange so fort, wird er uns ganz aus der Nähe desKönigs verstoßen. Wir wünschen daher, daß, wenn der König sich niederlegt, Einervon euch dem Andern sage: Der König hat sich Abu Tamam ganz hingegeben, undder Verdammte meint es doch so schlecht mit ihm. Der Andre frage dann: Und worinbesteht seine Schlechtigkeit? Darauf erwidere der Erste: Er schändet die Ehre desKönigs, indem er überall erzählt, der König von Turkistan habe alle Gesandten, die beiihm nm seine Tochter anhielten, umbringen lassen, und nur ihm das Leben geschenkt,