Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
673
Einzelbild herunterladen
 

Vierhundert und sechsundvierzigste Vacht.

sich ehrfurchtsvoll und überreichte dem König die Geschenke und den Brief JlanSchahs. Als der König den Brief gelesen hatte, sagte er:Wir wollen sehen; geheinmal zu meiner Tochter und unterhalte dich mit ihr." Die Prinzessin, die schonvorher von Abu Tamams Besuch unterrichtet war, hatte ihren Saal mit denschönsten goldnen und silbernen Gefäßen ausgcschmiickt, sich auf einen goldnen Throngesetzt und den schönsten königlichen Schmuck angezogen.

Als Abu Tan, am in ihr Zimmer trat, dachte er bei sich selbst: die Weisen habengesagt: wer seinen Blick niederschlägt, den trifft nichts Böses; wer seine Handzuriickzieht, dem wird sie nicht abgenommen; und wer seine Zunge bewahrt, hat nichtsSchlimmes zu befürchten. Er blieb daher ruhig auf dem Boden sitzen und hob keinAuge auf. Da sagte ihm die Prinzessin:O, Abu Tamam, hebe doch deinen Kopsi» die Höhe, sich mich an und sprich mit mir!" Er sprach aber kein Wort und hob

seinen Kopf nicht auf. Sic sagte dann:Hat man dich nicht hierher gesandt, um michzu sehen und mit mir zu sprechen?" Abu Tamam gab aber keine» Laut von sich.Sie sagte ihm dann:Greife nach diese» Perlen und Edelsteinen, nach diesem Goldeund Silber, das um dich her liegt!" Aber Abu Tamam rührte seine Hand nicht.Als die Prinzessin dies sah, sagte sie:Man hat mir einen blinden, tauben, einfältigen

Tausend und eine Nacht. II.

85