Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
670
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Vierhundert und sünfiiiidvicrzigste Nacht.

uns nur trennen, damit sie wie früher wieder stehlen können. Bedenke einmal, sie zeugenAlle gegen mich, aber wie können sie bezeugen, was sie nicht gesehen? Das ist nichts,als Neid und Groll. Du wirst sehen, wenn du mich umbringen läßt, so wirst du esbereuen, wie Jlan Schah, der auch so neidische Viziere hatte." -Was war das füreine Geschichte?" fragte der König. Da erzählte der Jüngling:

Geschichte Man Lchalss und Mn TamamF.

O König, einst lebte ein reicher, tugendhafter und verständiger Mann in einemLande, das ein böser gewalttätiger König beherrschte. Dieser Mann, welcher AbuTamam hieß, hatte so viel von der Grausamkeit des Königs zu leiden, daß er endlichden Entschluß faßte, seine Heimath zu verlassen und sich unter den Schutz einesgerechten Regenten zu begeben.

Abu Tamam wählte zu seinem Aufenthaltsorte die Residenz Jlan Schahs,ließ sich dort ein Schloß bauen und all sein Gold dahin bringen. Als der KönigJlan Schah von ihm hörte, ließ er ihn zu sich laden und sagte ihm:Ich habevernommen, daß du dich bei uns niederzulassen wünschest, auch hat man mir deinenVerstand, deine Tugend und Freigebigkeit gerühmt; drum sey willkommen, betrachtedieses Land als das deinige, Alles, was du bedarfst, steht zu deinen Befehlen, ich bittedich nur, in meiner Nähe zu leben und in meinem Nathe zu sitzen." Abu Tamamverbeugte sich vor dem König und sagte:O König, ich werde dir mit meinem Gutund meinem Leben dienen; doch erlaube mir, nicht in deiner Nähe zu leben, denn ichfürchte, der Neid wird mir Feinde zuziehen." Aber der König entdeckte bald so vieleTugenden an Abu Tamam, daß er seine Gesellschaft jeder andern vorzog und ihmbald die wichtigsten Regierungsangelegenheiten anvertraute. Die drei Viziere, diebisher Alles in Händen hatten und Tag und Nacht beim König waren, wurdenentlassen, und Abu Tamam allein genügte, um alle ihre Arbeiten zu versehen.

Aber die Viziere sagten zu einander:Was beginnen wir jetzt, da der König sichganz Abu Tamam hingibt und uns bei Seite setzt? Laßt uns berathen, wie wirdiesen Fremdling am sichersten aus der Nähe des Königs verbannen." Jeder machtedann einen Vorschlag; endlich sagte Einer:Der König der Türken hat eine Tochter,