Nierhun-ert und fnnsundvierzigfte Nacht.
Sibkerd sollte auf Befehl deS Prinzen hingcrichtet werden; man warf ihm schonden Turban vom Haupte und wollte ihm die Augen zubinden, da sah der Prinz, daßer nur ein Ohr hatte, und sagte zu ibm: „Wärest du nicht ein schlechter Mensch, sohätte man dir nicht dein Obr adgeschnittcn." Bi Hk erd crwid'ertc: „Bei Gott, mci»Ohr ist mir auf der Jagd abgeschofsen worden, und ich habe dem verziehen, der seinenPfeil gegen mich geschleudert bat." Der Prinz sah ihm hierauf in's Gesicht, erkannteihn und schrie: „Du bist der König Bihkerd, wie bist du hierher gekommen?"Bibkcrd erzählte ihm seine Geschichte, die alle Anwesenden in Erstaunen setzte. DerPrinz küßte und umarmte ihn dann und sagte zu seinem Vater: „Das ist der König,der mir verziehen, als ich ibm sein Ohr abgcschossen, darum will ich jetzt auch ihmverzeihen." Dann sagte er zu Bihkerd: „Siebs? du, wie deine Großmuth dir zuletztzu gut kam?" Jatru schenkte ihm daun Geld und Kleider, und ließ ihn wieder inseine Heimath zurückbringcn.
Als der König diese Geschichte hörte, legte sich sein Zorn; er ließ den Jünglingwieder in's Gefängniß zurückführcn und sagte: „Wir wollen überlegen bis morgen."
Am achten Tage versammelten sich alle Vizicre und sagten: „Was fangen wir mitdiesem Jüngling an, der uns durch seine Reden besiegt? Es ist wohl zu befürchten,daß er sich rette und uns Alle stürze." Sie gingen darum zusammen zum König und