Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
666
Einzelbild herunterladen
 

666

Vierhundert und vicrundvierzigjle Nacht.

mir, o Köllig, die Strafe für eine nicht geflissentlich begangene Schuld. Nachsicht istdie schönste Tugend, Großmuth kann dem Menschen später selbst zu gut kommen undwird ihm gewiß bei Gott als ein reicher Schatz aufbcwahrt; darum thu' mir nichts zuLeid, Gott wird auch jedes Nebel von dir abwenden." Dem König gefielen diese Worteso sehr, daß er zum ersten Male in seinem Leben verzieh. Er hatte es aber auch nichtzu bereuen, denn Jatru war ein Prinz, der eines Vergehens willen von Hauseentflohen war und bei dem König Bihkerd Dienst genommen hatte. Bald nachdiesem Ereignisse wurde er von Jemanden erkannt, der seinem Vater Nachricht vonihm gab. Dieser schrieb seinem Sohne einen Brief, in welchem er ihm das Herz leichtmachte und ihn zurückzukommen bat. Der Prinz kehrte zu seinem Vater zurück, derihm freudig cntgegenkam und ihn wieder wie zuvor väterlich liebte.

Um diese Zeit setzte sich einmal der König Bihkerd in einen Nachen, um zufischen; da kam ein Sturm und warf den Nachen um und trieb den König, der sichnoch an einem Brette festhielt, an das jenseitige Meeresufer. Nach langem Umherirrenkam Bihkerd in das Land, wo Jatru's Vater König war. Gegen Abend erreichteer die Thore der Hauptstadt und brachte, da sie schon geschlossen waren, die Nacht aufeinem Grabmale zu. Als des Morgens die Leute in die Stadt gingen, sahen sie einenErmordeten zwischen den Gräbern liegen, der in der Nacht erschlagen worden war; und