Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
665
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Vierhundert und vierundlnerziglle Tl»cht.

Am folgenden Tage theilten sie Bacht Samans Rückkehr einigen höher»Beamten mit, welche früher seine Freunde waren. Bald wurde ein geheimer Bundgegen den König geschlossen, dessen entschlossenste Mitglieder den König tödteten undBacht Saman wieder an seine Stelle setzten. Gott gab diesem Glück in allen seinenUnternehmungen, denn er war gerecht gegen seine Nnterthancn und lebte im GehorsamGottes.

Du siehst, o König," sagte der Jüngling,daß, wer einen reinen Sinn hatund ans Gott vertraut, nie zu Grunde geht. Auch ich habe keine andere Hülfe zu^ erwarten, als von Gott, der meine Unschuld kennt." Des Königs Zorn legte sichwieder, und er ließ den Jüngling in's Gefängniß zurückführen.

Am siebenten Tage kam der siebente Vizier, welcher Bihkamal hieß, verbeugtesich vor dem König und sprach:O König, was nützt dein langes Zaudern mit diesemJüngling? Man unterhält sich von nichts Anderem mehr, als von dir und von ihm;

, warum läßt du ihn so lange nicht umbringen?" Der König, hiedurch wieder gereizt,ließ den Jüngling wieder vor sich führen und sagte ihm:Wehe dir, bei Gott, diesmalentgehst du mir nicht mehr, du hast meine Ehre verletzt, ich kann dir nie verzeihen."

^ Der Jüngling sprach:O König, nur bei -großen Vergehen ist Verzeihung groß; je

! schwerer das Verbrechen, um so ruhmvoller die Gnade; es ziemt wohl einem mächtige»

^ König, wie du bist, einem Jünglinge meinesgleichen zu verzeihen. Gott, der übrigensmeine Unschuld kennt, hat uns geboten, einander zu verzeihen. Wer einem Feinde,l den er umbringen könnte, das Leben schenkt, hat dasselbe Verdienst, als hätte er einenTobten wieder belebt; wer sich Anderer erbarmt, der findet wieder Erbarmen, wie der!König Bihkerd." Der König fragte:Was war denn mit diesem Bihkerd?" Da ^erzählte der Jüngling:

!

Geschichte dcF AömgF Bchkerd.

^ Es war einmal ein König, mit Namen Bihkerd, der viel Geld und viele

Truppen hatte, aber mit Grausamkeit das kleinste Vergehen bestrafte und niemalsverzieh. Einst ging er auf die Jagd, und ward von dem Pfeil einer seiner Jungenam Ohr getroffen. Der König fragte sogleich:Wer hat diesen Pfeil geschleudert?"Man brachte den ungeschickten Schützen, welcher Jatru hieß, herbei, und der König! gab den Befehl, ihn zu tödten. Jatru fiel vor dem König nieder und sagte:Erlasse

Tausend und eene Nacht, ll

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