Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
661
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Vierhundert und -reiundvierzigste Vuchl. <jli I

G e s cl> i ch te B a ch t La in a n s.

Einst lebte ei» König, mit Namen Bacht Saman, der seine größte Freude anEssen, Trinken und andern sinnlichen Genüssen hatte. Da rückte einmal der Feindgegen die Grenzen seines Landes heran und bedrohte es mit einem Ueberfalle. AberBacht Saman ließ sich in seinen Genüssen nicht stören und dachte: ich habe vielGeld, Soldaten und Waffen, ich fürchte nichts. Da sagten ihm seine Freunde:Vertraue lieber auf Gott, der hilft dir eher, als deine Waffen, deine Soldaten unddein Geld." Er gab aber seinen Rathgcbern kein Gehör, ward vom Feinde überfallen,besiegt und in die Flucht getrieben, denn sein Vertrauen auf etwas außer Gott halfihm nichts. Bacht Saman flüchtete sich nun zu einem andern König und sagteihm:Ich komme zu dir und hänge mich an den Saum deines Kleides und flehe deineHülfe gegen meine Feinde an." Dieser König gab ihm so viel Geld und Truppen,daß er dachte: nun habe ich wieder eine starke Armee, ich werde gewiß meinen Feindbesiegen; er setzte aber nicht hinzu:mit Gottes Hülfe;" darum kam ihm auch seinFeind entgegen, trieb ihn abermals in die Flucht, schlug seine Truppen, nahm ihmsein Geld und verfolgte ihn bis an's Meer. Als Bacht Saman über's Meer setzte,fand er eine große Stadt mit einer festen Citadelle; er fragte, wem diese Stadt gehöre,und man antwortete ihm:Dem König Chadidan." Bacht Saman ging in denPalast des Königs, gab sich für einen Krieger aus und forderte Dienst beim König.Dieser empfing ihn gut und reihte ihn in seine Leibwache ein. Einst traf eS sich, daßder König Chadidan einen Feind zu bekriegen hatte, da ernannte er Bacht Samanzum Anführer der Truppen. Als sie aber ihre Reihen gebildet hatten, stellte sich derKönig Chadidan selbst an ihre Spitze mit einer Lanze in der Hand und kämpftemuthig, bis sich der Sieg für ihn. entschied. Als Chadidan siegreich mit denSeinigen zurückkehrte, sagte ihm Bacht Saman:O Herr, ich wundere mich, wiedu, Herr dieser zahlreichen Truppen, doch selbst fechten und dich solcher Gefahr aussetzenmochtest." Chadidan antwortete:Du gibst dich für einen erfahrenen Krieger ausund glaubst, der Sieg hänge von der Zahl der Truppen ab?" Bacht Samanerwiderte:Allerdings glaube ich dies." Da versetzte Chadidan:Du irrst indeinem Glauben; wehe dem, der nicht auf Gott vertraut: von ihm allein kommt derSieg. Auch ich glaubte ehemals, der Sieg hänge von der Zahl der Truppen ab; da