Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
657
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Vicrliundcrt und rmeinndvierzigste "Nacht. 057

Kameele wiedergcfundeu, erzählte er ihm von dieser Dame und sprach so viel von ihrerSchönheit und Anmuth, daß der König für sie eingenommen wurde und selbst mitwenigen Leuten zu ihr ritt. Sobald er sie sah, war er entzückt von ihren Reizen,denn er fand sie noch viel schöner, als sie ihm geschildert worden. Er näherte sich ihrund sagte:Ich bin der große König Chosru, willst du mich zum Gatten?" Sicantwortete:Ich lebe hier in dieser Wüste von den Menschen getrennt, was willst duvon mir?" Er antwortete:Ich muß dich heirathen, und wenn du mir nicht folgenwillst, so werde ich hier bei dir wohnen und Gott mit dir anbctcn." Er ließ dannsogleich ein Zelt für sie aufschlagen und ein andres für sich, dem ihrigen gegenüber, undließ ihr Speisen reichen. Da dachte sie: dieser Mann ist ein König, ich darf ihn nichtvon seinen Nutcrthanen und seinem Reiche trennen. Sie ließ ihm daher durch dieDienerin, welche ihr zu essen brachte, sagen, er möchte doch zu seinen Frauen und zu ,seinen Nnterthauen zurückkehrcn, sie wolle lieber allein Gott anbeten. Als die Dienerindies dem König hiutcrbrachte, ließ er ihr sagen, er habe keine Freude mehr, weder anseinen Frauen, noch an seinem Königreiche, er wolle auch diese Wüste bewohnen undGott mit ihr anbeten. Arwa, von den ernsten Absichten des Königs überzeugt, konnteihm nicht länger widerstehen; sie sagte ihm daher:Ich will, deinem Wunsche gemäß, 'deine Gattin werden, doch unter der Bedingung, daß du den König Dadbin undseinen Vizier kommen lassest; ich werde in deiner Gegenwart auf eine Weise mit ihnensprechen, daß du mich gewiß noch mehr lieben wirst." AufChosru's dringende Fragenerzählte sie ihm dann ihre ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende.

Chosru ließ dann Arwa in einer Sänfte nach seinem Schlosse bringen, heirathetesie und verlieh ihr den höchste» Rang in seinem Harem. Bald nachher schickte er einezahlreiche Armee zu Dadbin und ließ ihn, seinen Vizier und den Schloßverwalterholen, ohne ihnen zu sagen, was er von ihnen wolle; für Arwa ließ er vor demgroßen Sitzungssaale ein Zelt aufschlagen, das mit einem Vorhänge bedeckt war, undals Dadbin und sein Vizier neben Chosru Platz nahmen, hob Arwa den Vorhangihres Zeltes auf und sagte:Kardan, steh' auf! du verdienst nicht in der Nähe einesMannes, wie der mächtige König Chosru, zu sitzen." Als der Vizier Kardan dieshörte, zitterte er am ganzen Körper und stand voller Angst auf. Da sagte sie ihm:Ichj beschwöre dich bei dem, der dich hierhergebracht, sprich die Wahrheit: was hat dichdazu bewogen, mich zu verläumden und mich von meinem Hause und meinem Gattenzu trennen? hier helfen keine Lügen mehr." Der Vizier, der setzt Arwa an ihrerStimme erkannte, dachte, daß hier nur die Wahrheit frommen könne; er beugte daher

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