Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
614
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01^ Vierhundert und einunddre'ihigste Vucht.

Als Adi zu Omar kam, sagte er ihm:Die Dichter stehen schon lange im

Vorsaale und werden nicht vorgelassen; weißt du nicht, daß ihre Worte von Dauersind und daß ihre Pfeile treffen?" Omar sagte:Was habe ich mit den Dichtern

gemein?"Der Prophet (Gottes Huld sep mit ihm)," erwiderte Adi,hat auch dieDichter, die ihn lobten, beschenkt und an ihm muß jeder Muselmann Beispiel nehmen."Und wer hat den Propheten gelobt?" Abbas, Sohn des Mirdas, dem er einEhrenkleid schenkte, indem er zu Bilal sagte: Wir müssen seine Zunge unschädlichmachen."Kannst du Etwas von ihm recitiren?"Ja wohl;" und auf OmarsVerlangen recitirte er folgende Verse:

»Ich sah dich, du Edelstes aller Geschöpfe, mit deinem Buche, das die

Wahrheit offenbarte, welche vor dir ganz verdunkelt war. Du hast durch den

Islam schwarze Wolken zerstreut und durch die Offenbarung die Flammen der

Hölle gelöscht. Du hast den Weg der Wahrheit wieder hergcstcllt, von dem

Jedermann abgewichcn war. Hoch ist dein Platz auf dem Throne des Glückes,und durch dich ist auch Gottes Ruhm »och erhöht worden."

Omar fragte dann:Wer ist vor der Thüre?" Abi antwortete:Omar,

Sohn des Abi Rabia."Gott entferne diesen!" rief der Chalif;sind nicht folgendeVerse von ihm:

Dürste ich, wenn ich sterbe, die Wangen meiner Geliebten küssen und lägesie im Grabe neben mir, so würde ich mich wenig um Paradies und Hölle

kümmern."

Wäre dieser Mann nicht ein Feind Gottes," fuhr Omar fort,so würde er,statt nach Erdcngenüssen zu gelüsten, sich zu frommen Handlungen wenden. Bei Gott!der soll nicht vor mir erscheinen. Wer ist noch im Vorsaale?"D jumeil," antworteteAdi. Da sagte Omar:Der hat in einem Gedichte gesagt:

O könnten wir doch beisammen leben, und wenn wir sterben, in einem

Grabe ruhen! Ich wünsche, so lang ich lebe, nichts Anderes, als daß einst ein

Grabstein uns bedecke!"

Der soll mir wegblcibeu! Wer ist noch vor der Thüre?"Achtal, aus demStamme Thaleb," antwortete Adi. Omar sagte:Sind nicht folgende Verse vondiesem Ungläubigen:

Ich habe in meinem Leben keinen Ramadhan gefastet und auch kein Fleischder Opfcrfestc gegessen; ich stehe nicht, wie Andere, vor Tag auf, wenn manzum Gottesdienste ruft. Ich trinke früh vom besten Weine und bete erst, wennder Tag hell leuchtet."