Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
521
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Vierhundert und sechste Vucht.

unter den Persern, noch unter den Türken, noch unter den Arabern gesehen. Beideiner Huld, o Gebieterin! wenn der Chalif sie sieht, läßt er ihren Mann umbringc»,um sie zu hcirathen, und dann wird er gewiß an allen andern Frauen keine Freudemehr haben." Subeida fragte:Wer ist denn ihr Gemahl?"Er heißt Hassanaus Bafsora," antwortete Tochfat;ich bin ihr bis an ihr Haus gefolgt, cs gehörtedem Vizicr und hat zwei Thore, eins nach dem Flusse und eins nach der Stadt; ichfürchte, der Chalif möchte von ihr hören und trotz dem Gesetze ihren Mann umbringcnlassen, um in ihren Besitz zu kommen." Da sagte die Frau Subeida:Wehe dir,o Tochfat, ist sie denn so schön, daß der Fürst der Gläubigen um ihretwillen seinemGlauben und dem Gesetze zuwider handeln wird? Bei Gott! die muß ich sehen, istsie so, wie du sie geschildert, gut, wo nicht, so lass' ich dir den Kopf abschlagen, duVerdammte! Hat nicht der Fürst der Gläubigen dreihundert und sechzig Mädchen inseinem Schlosse, so viel als Tage im Jahre, und nicht Eine sollte ihr gleichkommen?"Nein," erwiderte Tochfat,bei Gott! auch in ganz Bagdad, in ganzPersien und Dcilam findet man ihresgleichen nicht, Gott hat gar keine mehr so wie sicgeschaffen." Hierauf ließ die Frau Subeida den Verschnittenen Masrur rufenund sagte ihm:Weißt du wohl, Masrur, warum ich nach dir geschickt habe?" Er-jagte:Nein, bei deiner Gnade, meine Herrin!"Ich habe dich rufen lassen,"versetzte sie,damit du mir das Frauenzimmer herbringcst, das im Hause des Vizicrswohnt, welches zwei Thore hat; geh schnell und bring auch die Alte und die Kindermit, säume nur nicht, denn ich erwarte sie mit Ungeduld!" Mit den Worten:Ichgehorche," verließ sie Masrur und ging sogleich nach dem Hause des Vizicrs undklopfte an die Thüre. Hassans Mutter kam heraus und fragte:Wer ist da?"Masrur antwortete:Ein Diener des Chalifcn." Als sie ihm die Thür öffnete,begrüßte er sie, und auf ihre Frage, was er begehre, sagte er:Die Frau Subeida,Tochter Kaseins, Gemahlin Harun Arrasch ids, Abkömmling Abba's, Onkel desPropheten (Gott scp ihm hold!), läßt dich und deine Schwiegertochter und ihre Kinderzu sich bitten. Die Frauen, die deine Schwiegertochter im Bade gesehen, haben ihrnämlich so viel von ihr erzählt, daß sie sie zu sehen wünscht."O mein HerrMasrur!" rief die Alte,wir sind hier fremd, und mein Sohn, der gestern abgereistist, hat mir streng verboten, mit seiner Frau auszugehen oder sie Jemanden zu zeigen.Ich fürchte sehr, es möchte ihr was zustoßen, und wenn dann mein Sohn zurückkehrt,wird er sich und mich umbringen. Ich erbitte mir als Wohlthat, sordre nicht, was ichnicht gewähren kann."O meine Dame!" versetzte Masrur,wüßte ich, daß dir

Tausend und eine Nacht. >>.

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