Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
487
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Dreihundert »nd flinfundiieuiizigstc Nacht.

Aufenthalte! Hassan nahm den Sack, den der Magier bei sich hatte, öffnete ihn undzog die Trommel und den Schlegel heraus. Damit trommelte er, bis die Kamccle wie

der Blitz herbei gelaufen kamen. Hassan entfesselte den Jüngling, sattelte ihm ein

Kameel, gab ihm Lebensmittel auf die Reise und nahm Abschied von ihm. So retteteder erhabene Gott diesen Jüngling aus der Noth und führte ihn in seine Heimath zurück.Die Mädchen freuten sich, als sie den Magier von Hassan erschlagen sahen, undwunderten sich, daß Gott diesen Verruchten gerade durch ihn hatte sterben lassen; siewünschten ihm Glück zu seiuer Rettung und sprachen:O Hassan! du hast hier eineThal vollbracht, mit der du Kranke heilst und bei dem erhabenen König Wohlgefallen

findest!" Hassan kehrte mit den Mädchen in's Schloß zurück und lebte mit ihnen sehr

> angenehm in Essen, Trinken, Spiel und Scherz; er gedachte nicht mehr seiner Mutter.

! Während sic nun das freudigste Leben führten, erhob sich auf einmal ein mächtiger Staub! ans der Wüste, der die ganze Luft verfinsterte. Die Mädchen sagten zu Hassan:Steh

auf, geh auf dein Zimmer, oder verbirg dich im Garten zwischen den Bäumen undReben!" Hassan verbarg sich auf seinem Zimmer, das sie hinter ihm verschlossen.Als dann der Staub sich legte, sah man wie sich darunter eine Armee bewegte, die wiedas Meer lärmte. Die Mädchen hießen die Truppen absteigcn und bewirtheten sie dreiTage lang. Sie fragten die Kriegsleute, wie es ihrem Vater gehe und was sie Neuesbringen? Sie antworteten:Wir kommen, um euch zu holen im Namen des Königs.Einer der Nachbarsürstcn wird seine Tochter heirathen, und euer Vater will euchdie Freude machen, der Hochzeit beizuwohnen." Die Mädchen fragten:Wie lange sollenwir abwesend bleiben?" Sie antworteten:Mit der Hin- und Herreise und demAufenthalte einen Monat." Die Mädchen gingen dann zu Hassan, benachrichtigten ihndavon und sagten ihm:Hassan, dieser Ort gehört dir, laß dir wohl scyn und seyheiter! fürchte nichts, es wird Niemand zu dir kommen! Nur bitten wir dich dei unsrerFreundschaft, öffne diese Thüre nicht, denn du hast cs nicht nöthig!" Sie nahmen Abschiedvon ihm und zogen mit den Truppen fort. Als Hassan allein im Schlosse war, wardsein Herz sehr beklommen, er ward ungeduldig, mißmuthig und hatte banges Gefühl,

! denn seine Trauer über ihr Scheiden war groß. Er erinnerte sich ihrer Gesellschaft und

>

' Unterhaltung, und sprach folgende Verse:

Die ganze Welt loiiimt meinen Angen eng vor und mein ganzes Herz istbetrübt; alle Freude ist vorüber- seitdem sic fern sind, und der Thräncn Stromergiesit sich ans meinen Augenhöhlen. Der Schlaf flicht mein Auge, seitdem sicvon mir gegangen, und mein ganzes Innere ist betrübt."