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2 (1839)
Entstehung
Seite
467
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Dreihundert und neunzigste Nacht. 467

ihn an ihre Brust und sagte:Hüte dich vor solchen Gauklern, Schwarzkünstlernund Alchymistcn, die suchen nur den Leuten ihr Vermögen aufzuzehren!" Hassanversetzte:O meine Mutter! wir sind ja arme Leute, wir haben ja nichts, das

sie bewegen könnte, uns zu betrügen, und der Perser ist ein alter Mann, der sehrfromm aussieht; Gott hat ihm Mitleid zu uns eingeflößt, und er hat mich als seinenSohn angenommen." Die Mutter schwieg betrübt, Hassan aber konnte vor Freudenicht schlafen. Als der Tag anbrach, stand er auf, nahm die Schlüssel, öffnete denLaden und setzte sich. Der Perser kam bald; Hassan stand vor ihm auf und wollteihm die Hände küssen, er aber erlaubte cs nicht, setzte sich und sagte zu Hassan:Mein Sohn, mache den Kessel zurecht und lege den Blasbalg an's Feuer!" Hassanthat dies und machte ein Kohlenfcuer; dann fragte der Perser:Hast du Kupfer?"Er antwortete:Ich habe eine zerbrochene Schüssel." Der Perser hieß ihn sic in

kleine Stücke zerschneiden; warf sie hierauf in den Kessel und blieS das Feuer bis dieStücke der Schüssel ganz zerschmolzen waren, streckte hierauf die Hand nach demTurban aus, zog ein zusammcngewickeltes Papier hervor, öffnete es und streute

ein gelbes Pulver, ungefähr einen halben Drachmen, in den Kessel, und befahl

Hassan, mit dem Blasbalge herumzurühren; Hassan that dies, und es ward eineGoldstange daraus vom feinsten Golde.

Als Hassan dies sah, strahlte sein Antlitz vor Freude, er ward ganz rasend;er nahm die Stange in die Hand und drehte sie darin herum, zuletzt nahm er dieFeile, seilte daran und sah, daß es ganz feines Gold war. Er verlor darüber fastden Verstand vor Freude und beugte sich in seinem Entzücken über die Hände desPersers, um sie zu küssen. Der Perser sprach:Gib die Stange dem Makler undlaß dir das Geld dafür geben, ohne daß Jemand eS bemerkt." Der Makler probirtedie Stange und fand, daß es reines Gold war; er fing an, sie für zehntausend Dirhamauszurufen, die Kaufleute aber überboten einander bis auf fünfzehntausend Dirham.Hassan nahm das Geld, ging damit nach Hause, erzählte seiner Mutter von demGlück, das ihm widerfahren war, und sagte ihr:Ich habe diese Kunst erlernt."Die Mutter lachte und sprach:Es gibt keinen Schutz und keine Macht, außer beiGott, dem Erhabenen!" und schwieg mit Schmerzen. Hassan aber nahm in seinerUnüberlegtheit einen Mörser und ging damit zum Perser, der vor seinem Laden saß.Dieser fragte ihn:Mein Sohn, was willst du mit diesem Mörser?" Er antwortete:Verwandle ihn in Gold." Der Perser lachte und sprach:Bist du toll? willst duzwei Güsse an einem Tage machen? Weißt du nicht, daß man uns »achstellt und daß