Druckschrift 
2 (1839)
Entstehung
Seite
452
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^52 Dreihundert und siebennndachtzigste Nacht.

Stadt, verkleidete mich als Kaufmann, und es geschah mir mit dir, wie du Wohlweißt; du warst so hart gegen mich, daß ich fast starb, und nun hat Gott dein Herzfür mich erweicht und es mir zugeneigt. Wir sind jedoch in großer Gefahr; wenn, wasGott bewahre! die Sache hcrauskommt, so ist's um uns geschehen, denn die Leute sagen:Bis das Heilmittel aus Irak kommt, stirbt der von einer Schlange Gebissene, d. h.meines Vaters Hülfe würde zu spät kommen, darum will ich dir nun Alles gestehen."

Als die Prinzessin vernahm, daß er ein vornehmer Prinz sey, fiel sie, Gott dankend,zur Erde, denn sie hatte sich stets Vorwürfe gemacht, innerlich und laut, und zu sichselbst gesagt:O Haiat Alnufus! ist es so weit mit dir gekommen, daß du dicheinem Kaufmanne hingibst, der des Geldes willen in der Welt herumreist! Wenn deinGcheimniß entdeckt wird, wie wird deine Schande groß unter den Prinzessinnen scpn!Wäre dies mit einem Prinzen geschehen, so wäre die Schuld so groß nicht, und esließe sich verzeihen." So hatte sie immer zu sich gesprochen, die Liebe zu dem jungenManne war jedoch stärker als Alles gewesen. Wie sie aber nun hörte, daß er einPrinz sey, bewunderte sie seine lange Geduld und Verschwiegenheit und sagte ihm:O mein Geliebter! wie geduldig bist du für einen Prinzen, da doch Prinzen gewöhnlichhochmüthig sind. Wie lange hast du meine harten Briefe, meine Drohungen ertragen,während ein Anderer nach Hause gegangen wäre und seines Vaters Truppen geholthätte! Doch habe ich dadurch deine Tugend kennen gelernt, ich lobe nun deineGesinnungen und deine Handlungen." Der Prinz sagte:O Innerstes meines Herzens!o du mein höchstes Verlangen! ich will nun nach Hause reisen und meinem VaterAlles erzählen, er soll den Vezier wieder zu deinem Vater schicken und um dich werbenlassen, du nimmst den Antrag an, und so entgehen wir dieser drohenden Gefahr."Als die Prinzessin dies hörte, konnte sie nichts antworten und weinte sehr heftig. DerPrinz stillte ihre Thränen, beruhigte ihren Schrecken, küßte ihr Hände und Füßeund sagte ihr:Wenn ich einen Fehler begangen habe, so verzeihe mir, Gottsep uns gnädig!" Er war so lauge zärtlich gegen sie, bis sie sich beruhigte. Endlichsprach sie:O mein Geliebter! ich glaubte nicht, daß du mich verlassen wolltest,und vcrmuthe wohl, daß du in der Ferne noch eine Andere liebest; doch sage mires lieber, damit ich mich gleich umbringe, ehe du dich von mir trennst." Der Prinzsagte:Bei dem höchsten Herrn! mein Herz ist nie in ein Netz gefallen vor dir, undich bin bereit, zu thnn, was du begehrst." Hierauf heiterte sie sich wieder auf undsprach:O Geliebter meines Herzens! wie kann ich zu deiner Abreise einwilligen? DerZeit ist nicht zu trauen, und Entfernung bringt oft Unglück; wenn du nun in dein