Dreihundert
siebeuunduchtzigste Nacht.
9ils in einer Nacht der Wein ihnen wohlschmeckte, sie in Liebe glühten und derPrinz betrunken war, sprach er zur Prinzessin: „O Gebieterin des Mondes! o du,die ich lieben darf! wisse, daß ich nun dir nichts inehr verbergen will, wir sind jazwei Seelen in einem Körper." Sie sagte: „Gewiß," und er fuhr fort: „So wisse,daß mein Vater kein Kaufmann und kein Handwerker ist, sondern der große König,der Herr der Erde in der Länge und in der Breite, und ich bin sein Sohn Ardschir;ich bin's, der deinem Vater meinen Vezier schickte, daß er um dich werbe; als er ohneErfolg von euch zurückkam, zürnte mein Vater sehr und sprach: Ein Mann wie ichsoll irgend einem König eine Botschaft schicken, und diese soll unverrichteter Sacheznrückkommen? In seinem Zorn ließ er die Zelte zuberciten und die Truppen auSrnsten,um gegen euch zu ziehen. Da ich nun fürchtete, daß mein Vater mit seiner zahlreichenArmee, mit seinen Reitern und Verbündeten euer Land verwüste, eure Güter pliindre,eure Krieger erschlage und eure Frauen gefangen nehme, und dachte, du möchtest dirselbst den Tod geben und ich meinen Zweck nicht erreichen, näherte ich mich ihm,küßte die Erde vor ihm und machte ihn davon abwendig, denn ich sagte ihm: O meinVater! ich will selbst dahin gehen und meine Angelegenheit besorgen. Er antwortetemir dann: Nimm meinen Vezier mit dir, daß er dir mit seinem Nathe beistehe;auch gab er mir viel Geld und viele Geschenke mit. Ich verließ mit dem Vezier die